Immobilienmarkt | Investorstudie Immobilienmarkt Deutschland: Nachfrage bleibt ungebremst

16. Januar 2013 | von

Auch 2013 wird die Nachfrage nach Immobilien vermutlich auf hohem Niveau bleiben. Faktoren, die das Geschäft mit deutschen Immobilien am Laufen halten, sind die Euro-Schuldenkrise, die Inflation und die niedrigen Zinsen für Immobilienkredite.

Dass deutsche Immobilien im Jahr 2013 weiterhin als Investitionsanlage gefragt sein werden, geht aus dem Stimmungsbarometer des Beratungsunternehmens Ernst & Young hervor.

Die Studie basiert auf Experteneinschätzungen aus der Finanz- und Immobilienwirtschaft. Insgesamt wurden 120 Immobilieninvestoren nach ihren Erwartungen und Einschätzungen für 2013 gefragt. Bereits 2012 war für die Branche mit einem Umsatzvolumen von 36 Milliarden Euro ein überaus erfolgreiches Jahr – das beste seit 2007. Und auch für dieses Jahr erwarten die Experten ähnliche Investitionssummen.

Finanzkrise und niedrige Zinsen begünstigen Immobilieninvestitionen

Angetrieben wird die Investitionsfreude in Deutschland neben ökonomischen Faktoren wie der Finanzkrise und günstigen Zinsen, von der Nachfrage nach großen Wohnungsportfolios. Für 2013 wird außerdem damit gerechnet, dass auch Gewerbeflächen und Büroräumlichkeiten wieder stärker nachgefragt werden.

Belebt wird der Markt auch durch Investoren aus dem Ausland, die hierzulande nach einer sicheren Anlage für ihr Geld suchen. Begehrt sind vor allem Objekte in Großstädten wie Berlin oder Hamburg.

Experten sehen keine Spekulationsblase

Trotz der ungebremsten Nachfrage nach Immobilien in Deutschland glauben die Experten nicht an das Entstehen einer spekulativen Blase, die von manchen befürchtet wird. So stehe der durch die gesteigerte Nachfrage bedingte Preisanstieg im Verhältnis zum Arbeitsmarkt und zu der Einkommensentwicklung hierzulande, wie der „Focus“ unter Berufung auf eine Einschätzung des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) berichtet. Grund für diese Einschätzung ist vor allem das Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital. So finanzierten 2012 mehr Anleger die Immobilienkäufe aus eigenen finanziellen Mitteln als noch vor einigen Jahren.

Eine sogenannte Spekulationsblase entsteht dann, wenn die Preise für Immobilien zunächst innerhalb von kürzester Zeit inflationär ansteigen, um dann dramatisch zu fallen. Zu der Entstehung tragen dabei extrem günstige Zinsen bei, die die Nachfrage künstlich beflügeln. Grund für eine Immobilienblase können auch falsche steuerliche Anreize sein. So wurde in Deutschland beispielsweise nach der Wende besonders im Osten über die Verhältnisse gebaut, was Leerstand und einen Preisverfall zur Folge hatte. Auch deswegen werden erneute Förderungsprogramme der Regierung, die im Zuge von fehlenden Mietwohnungen in der Diskussion stehen, teilweise kritisch gesehen.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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