Stromkosten: Weitere Anbieter erhöhen die Preise

23. Januar 2013 | von

Strom wird immer teuerer: Mit Beginn des neuen Jahres haben zahlreiche Stromversorger ihre Preise bereits erhöht. Jetzt ziehen weitere Anbieter nach.

Die Meldung erhielten die meisten Haushalte noch im letzten Jahr: die Stromkosten steigen an. Anfang des Jahres haben dann rund 740 Stromanbieter ihre Preise im Schnitt um 12 Prozent erhöht. Weitere 74 Unternehmen planen laut dem Verbraucherportal Toptarif, im Februar und März nachzuziehen. Die Erhöhung beträgt auch hier durchschnittlich 12 Prozent.

Mehrkosten im dreistelligen Bereich

In Deutschland sind 35 Millionen Haushalten von steigenden Stromkosten betroffen. Ein vierköpfiger Durchschnittshaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden muss in Zukunft jährlich 127 Euro mehr für Strom ausgeben. In von besonders hohen Preissteigerungen betroffenen Haushalten könnten die Mehrkosten laut Toptarif sogar bei 200 Euro liegen.

Der Toptarif-Energieexperte David Dodt erwartet, dass bis zum Frühjahr fast alle Stromanbieter die Preise erhöhen werden. Als Grund gibt er an, dass die staatlichen Abgaben und Umlagen für die Energiewende ebenfalls gestiegen seien. Inzwischen machen Steuern und Umlagen über 50 Prozent des Verbraucherpreises aus. Die Anbieter gäben an nur das an die Kunden weiterzutragen, was sie selbst mehr bezahlen müssten. Teilweise lägen die Preise jedoch über den Zusatzkosten, weswegen sie grundsätzlich verglichen werden sollten, so der Experte.

Lohnt ein Wechsel überhaupt noch?

Die Kunden sollten die Preissteigerungen jedoch nicht einfach hinnehmen, meint David Dodt. Es lohne sich noch immer, Tarife zu vergleichen und so zumindest teilweise Kosten zu sparen. Wichtig sei vor allem, auf eine Preisgarantie zu achten, da ein Wechsel sonst sogar zu höheren Kosten führen könnte.
Von den aktuellen Steigerungen abgeschreckt plane jedoch momentan nur etwa jeder Vierte einen Anbieterwechsel, hebt eine Umfrage der Unternehmensberatung Putz und Partner aus Hamburg hervor. Viele hätten demnach Angst, an einen unseriösen Versorger zu geraten. Jeder zweite Stromkunde gab dies als Hinderungsgrund für einen Wechsel an.

Ursache dieser Furcht sei der Insolvenzfall des Billiganbieters Teldafax im Jahr 2011, bei dem Kunden ihren Strom im Voraus bezahlt hatten und nach dem Konkurs kein Geld zurückgezahlt bekamen. Das Konzept des Unternehmens sah vor, günstigen Strom und Gas mithilfe von Vorauszahlungen der Verbraucher anzubieten.

Aufgrund dieses Vorfalls habe sich laut der Putz und Partner Umfrage die Anzahl an Verbrauchern, die Vorbehalte haben, innerhalb der letzten zwei Jahre fast verdoppelt. Von den 1.000 befragten Verbrauchern gab zusätzlich jeder fünfte Verbraucher an, dass ein Wechsel schlicht zu aufwendig sein.



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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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