Mieten | Wohnungsmangel Berlin geht gegen Vermietung illegaler Ferienwohnungen vor

25. Januar 2013 | von

Berlin hat sich besonders in den letzten 10 Jahren zu einer der beliebtesten Touristenmetropolen in Europa gemausert. Am Boom partizipiert dabei längst nicht mehr nur das Gastgewerbe – auch viele Privatpersonen bieten ihre Wohnungen illegalerweise auf Internetportalen als Unterkunft an. Damit soll jetzt allerdings Schluss sein – zumindest in Pankow.

Als erster Bezirk in der deutschen Hauptstadt will Pankow gegen die illegale Vermittlung von Ferienimmobilien vorgehen. Zu Pankow gehören auch besonders beliebte Lagen, wie die Schönhauser Allee oder der Rosenthaler Platz im Ortsteil Prenzlauer Berg. Hier zieht es nicht nur viele Berliner, sondern auch Touristen hin. Neben zahlreichen Hotels, Hostels und legalen Ferienwohnungen, werden schätzungsweise 1.500 privat Wohnungen im Bezirk illegal als Ferienunterkünfte genutzt. Berlinweit sind es nach Schätzungen des Hotel- und Gaststättenverbands sogar 15.000. So würde sich drei- bis viermal mehr Geld verdienen lassen, als durch eine reguläre Vermietung, sagte der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) dem „Focus“.

Zweckentfremdung wird künftig bestraft

Dabei ist die Anzahl solcher illegal vermieteten Ferienwohnungen nach Angaben des „Focus“ in den letzten Jahren rapide gestiegen. Nun geht der Bezirk nun gegen die Zweckentfremdung vor. Künftig soll die Vermietung von Privatwohnungen, die illegal als Ferienwohnungen genutzt werden, vom Bezirksamt bestraft werden.

Ziel ist es soziale und kulturelle Vielfalt zu erhalten

Mit dieser Maßnahme, die seit dem 4. Januar gilt, begegnet der Bezirk dem Problem der Verdrängung sozial schwächerer Schichten aus beliebten Innenstadtlagen Berlins. Außerdem plant der Bezirk für 2013, Immobilienbestände aufzukaufen und an Wohnungsbaugesellschaften weiterzugeben. Ziel ist es so, die soziale und kulturelle Vielfalt zu erhalten. Stadtrat Kirchner sagte der „Welt“ dazu: „Wenn wir über eine soziale Mischung reden, wenn wir über bezahlbare Mieten reden, dann müssen wir kleine Wohnungen schützen.“

Vorstoß mit Signalwirkung?

Zwar gibt es noch keine konkreten Aktionsplan, dennoch handelt es sich bei den Regelungen um Vorstöße, die für andere Bezirke eine erhebliche Signalwirkung haben könnten. Greifen die Maßnahmen, so soll die Regelung bereits in diesem Jahr auf weitere Gebiete ausgedehnt werden.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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