Immobilienmarkt | Investitionen Immobilienmarkt: Berlin attraktiver als London

30. Januar 2013 | von

Was viele Berliner seit einigen Jahren in Form von steigenden Mieten und Immobilienpreisen zu spüren bekommen, bestätigt nun eine Experten-Umfrage: Der Berliner Immobilienmarkt ist einer der am härtesten umkämpften in ganz Europa. Getoppt wird die Attraktivität von Hauptstadtimmobilien nur noch Wohneigentum in München.

Die beiden Deutschen Metropolen München und Berlin landen bei einer Expertenumfrage von Pricewaterhouse Coopers (PwC) und der Branchenvereinigung Urban Land Institute (ULI) auf den ersten Rängen. Ein beliebter Standort für Immobilieninvestitionen ist auch die Hansestadt Hamburg, die nach London und Istanbul auf dem fünften Platz des Rankings landet.

Berlin holt mit großen Schritten auf

Während München schon länger als sichere Bank für München Real-Estate-Investment gilt, ist der zweite Platz von Berlin für Viele überraschend. Jahrelang war die Preisentwicklung in der deutschen Hauptstadt sogar rückläufig. Besonders nach der Wende wurden angesichts überzogener Wachstumsvorstellungen überall in der Stadt Neubauten hochgezogen, die oft jahrelang leer standen. Diesen Rückstand scheint aktuell aufgeholt zu werden. Beliebt ist Berlin dabei nicht nur bei den Deutschen; vor allem im Ausland geniest die deutsche Hauptstadt den Ruf einer jungen und hippen Großstadt.

Trend „Green-Building“

Obwohl sich Deutschland insgesamt als begehrter Investitionsstandort zeigt, stellte die Studie eine Konzentration auf hochwertige Standorte in zentralen Lagen fest. Neben Wohneigentum ist auch das Interesse an Shoppingcentern und Hotels ungebrochen. Sogenannte Core-Objekte gelten nach wie vor als sichere Investition. Ein weiterer Trend ist das Kaufen von sogenannten „Green-Buildings“, also Gebäuden, die ökologisch auf dem neusten Stand sind.

Ursache für den Investitionsansturm auf deutsche Großstädte ist nach Einschätzungen von Jochen Brücken, Partner und Leiter des Bereichs Real Estate bei PwC, in erster Linie die Euro-Finanzkrise. Immobilieninvestoren würden Sicherheit suchen, das mache die deutschen Immobilienmärkte attraktiv, sagt der Experte.

Immobilienverband stellt keine reale Preissteigerung bei Mieten fest

Mit der steigenden Nachfrage nach Immobilien gehen in den besagten Städten auch Preissteigerungen einher – nicht nur für Käufer, sondern auch für Mieter. Der Immobilienverband Deutschland sieht das aber anders. So seinen die inflationsbereinigten Mieten sogar günstiger als 1992. Seit 20 Jahren seien die Mieten in Deutschland im Durchschnitt um 13,6 Prozent gestiegen. Die Inflation im selben Zeitraum würde diese Preissteigerung mit über 40 Prozent jedoch deutlich überkompensieren.

Wieder steigende Mieten seien außerdem ein Nachholeffekt, nachdem die Preise 15 Jahre lang zurückgegangen seien. Stabile und steigende Mietpreise seien erst seit drei bis vier Jahren insbesondere in den Großstädten zu beobachten, erklärt Jens-Ulrich Kießling, Präsident des IVD. Dass der Trend „zurück in die Stadt“ geht, bestätigt allerdings auch er: „Zum einen ziehen immer mehr Menschen vom Land in die Stadt und zum anderen wohnen immer mehr Menschen in Single-Haushalten. Beide demografische Entwicklungen erhöhen die Nachfrage nach Wohnraum in den Großstädten beträchtlich.“


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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