Mieten | Wohnungsmarkt Berliner Mieten steigen auf Rekordniveau

31. Januar 2013 | von

Erst vor zwei Tagen berichtete der Immobilienverband Deutschland (IVD), dass die Mieten in Deutschland inflationsbereinigt günstiger als noch vor zwanzig Jahren wären. Das mag für einzelne Orte in Deutschland stimmen, für Berlin jedoch mit Sicherheit nicht: In der deutschen Hauptstadt stiegen die Mieten im Jahr 2012 so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Allein im letzten Jahr sind die Netto-Kaltmieten dabei von durchschnittlich 6,59 Euro pro Quadratmeter (2011) auf 7,50 Euro (2012) angestiegen. Dies geht aus dem Wohnungsmarkt-Report 2013 der GSW hervor. Die Mieten liegen laut Studie damit im Mittel mehr als 13 Prozent höher als noch im Vorjahr.

Mieten steigen in Trendbezirken am stärksten

Nach wie vor sind vor allem die Wohnungen in Innenstadtlagen gefragt. Aber auch andere Bezirke ziehen sukzessive nach. Der am stärksten wachsende Bezirk ist dabei nach wie vor Mitte mit fast 7.000 neuen Einwohnern in 2012. Auf Platz zwei liegt der „neue“ Szenebezirk Neukölln mit rund 5.900 Zugezogenen.

Analog dazu stiegen die Mieten 2012 mit einer Steigerungsrate von 14,7 Prozent in Mitte am stärksten, gefolgt von Neukölln mit 12,2 Prozent Preiszuwachs gegenüber 2011. Auf Platz drei und vier liegen Charlottenburg-Wilmersdorf (11,6 Prozent) und Friedrichshain-Kreuzberg (11,5).


Infografik Mietenwicklung in Berlin:

Der Wohnungsmarkt-Bericht der GSW schlüsselt die Entwicklung der Wohnkosten in Berlin auf

Mietentwicklung in Berlins Bezirken

Quelle: GSW WohnmarktReport

Wer günstig wohnt, zieht derzeit ungern um

Angetrieben werden die Preise laut GSW dabei nicht nur durch das Bevölkerungswachstum Berlins, sondern auch dadurch, dass, wer eine preisgünstige Wohnung hat, derzeit besonders ungern umzieht. Die geringe Fluktuation in begehrten Bezirken würde das Angebot zusätzlich verknappen, stellt der Bericht fest. Der Sprung von Bestandsmieten zu den aktuellen Mietpreisen ist für die meisten Berliner schlichtweg nicht akzeptabel

Mietsteigerungen nur noch getoppt durch Kaufpreisentwicklung

Eine weitere Option, um den in die Höhe schnellenden Mieten zu entgehen, ist, Wohneigentum zu kaufen. Dies ziehen viele in Erwägung, jedoch fehlt derzeit das Angebot. „Kaufen wollen viele, doch es fehlen Verkäufer“, stellt der Bericht fest.

Der Preisanstiege für Eigentum auf dem Immobilienmarkt sind deswegen horrend. Gefragt sind vor allem Häuser, aber auch Eigentumswohnungen.

Am stärksten gestiegen sind die Preise für Mehrfamilienhäuser in Friedrichshain-Kreuzberg. Im Bezirk gab es innerhalb von einem Jahr eine Steigerung von 40,1 Prozent. Eine ähnlich hohe Teuerungsrate lies sich in Charlottenburg-Willmersdorf feststellen, hier zogen die Preise um 39,4 Prozent an. Allein in Steglitz-Zehlendorf (-3,1 Prozent) und Spandau (-5,7 Prozent) gingen die Eigentumspreise geringfügig zurück.

Bei den Eigentumswohnungen legten die Bezirke Treptow-Köpenick mit 34,4 Prozent Verteuerung und Neukölln mit 29,7 Prozent am stärksten zu. Auch hier bestimmt das Angebot die Nachfrage: Während im Bezirk Mitte, in dem sich hauptsächlich Luxusappartements finden, besonders Wohnungen im unteren Marktsegment im Kaufpreis zulegten (um 46,6 Prozent), zeigt sich in Marzahn-Hellersdorf ein spiegelbildliches Verhältnis: Hier steigerte sich der Kaufpreis von Eigentumswohnungen im oberen Preissegment um 30,7 Prozent – der Bezirk war in Berlin bislang vor allem für seine Plattenbauten und leer stehende Wohnungen bekannt.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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2 Kommentare zu Berliner Mieten steigen auf Rekordniveau

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