News | Barrierefreie Städte Barrierefreiheit in Berlin: Was tut die Hauptstadt für Barrierefreiheit?

20. Februar 2013 | von

Wer körperlich eingeschränkt ist, muss trotzdem aktiv am Leben teilnehmen können. Jeder Mensch soll gleich behandelt werden und die Möglichkeit haben, sich in seiner Umgebung frei zu bewegen – das gilt auch in der Hauptstadt.

In Berlin, dem Beispiel anderer Großstädte entsprechend, gibt es deshalb immer mehr Angebote für Menschen mit Behinderung, Gehörlose, Blinde und Sehbehinderte. Und das spielt eine zunehmend große Rolle: Angesichts des rasanten demografischen Wandels in unserer Gesellschaft ist Barrierefreiheit für viele Menschen, ob behindert oder nicht, lebensnotwendig. Grundsätzlich kann derzeit davon ausgegangen werden, dass um die 10 Prozent der Bevölkerung auf Barrierefreiheit zwingend angewiesen sind und 30 bis 40 Prozent sie als notwendige Hilfe bei der Bewältigung des Alltags brauchen. Und auch für alle anderen ist Barrierefreiheit nur ein Vorteil und stellt eine Erhöhung der Lebensqualität dar. In Berlin hat es besonders in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf dem Weg zur barrierefreien Stadt große Fortschritte gegeben.

ÖPNV auf gutem Weg zur Barrierefreiheit

Berlin Barrierefrei

Berlin ist in vielen Bereichen Vorreiter in Sachen ÖPNV. Foto: Nervousenergy / wikimedia / cc-by-sa

So können etwa Rollstuhlfahrer von einem barrierefreien Nahverkehr profitieren, in dem nahezu alle Bahnhöfe sowie Verkehrsmittel von Hindernissen befreit und dementsprechend ausgebaut wurden. Die Berliner Verkehrsbetriebe und die S-Bahn informieren diesbezüglich auf ihren Webseiten, welche Bahnhöfe barrierefrei sind, und bieten eine spezielle Fahrplanauskunft, mit der sich Routen ohne Hindernisse planen lassen. Zusätzlich bietet der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) einen Begleitservice für Menschen mit körperlichen Einschränkungen an, bei dem das Personal Menschen von der Wohnungstür bis zum Zielort begleitet. Zur Verfügung steht dieser Service montags bis freitags von 7:00 Uhr bis 20:00 Uhr.

Hilfe für Blinde und Sehbehinderte

Auch Blinden und Sehbehinderten wird das Leben in Berlin so einfach wie möglich gestaltet: Zahlreiche Projekte und Vereine unterstützen die Betroffenen und setzen sich für blindengerechte Hinweistafeln und ähnliche Hilfen ein. Außerdem gibt es für sie die Möglichkeit, die Metropole auf andere Weise zu erleben: Die Berliner Museen bieten zum Beispiel spezielle Führungen für Blinde an und auch der Reichstag kann bei Besuchsterminen für Blinde und Sehbehinderte erlebt und ertastet werden, etwa mit Hilfe von drei Tastmodellen des Regierungsgebäudes und dessen Umgebung im Maßstab 1:1000.

Erst kürzlich wurde die Stadt für ihre vorbildliche Barrierefreiheit ausgezeichnet: Von der Europäischen Kommission hat Berlin für die langjährigen Bestrebungen, Barrieren für Menschen mit Behinderungen im Alltag abzubauen, den „Access City Award“ 2013 erhalten und wurde für den umfassenden und strategischen Ansatz gelobt, um die Stadt barrierefrei und so für alle zugänglich zu machen.Besonders der öffentliche Nahverkehr wurde dabei hervorgehoben. Außerdem wurde schätzend anerkannt, dass bei Bauprojekten und Sanierungen in Berlin sehr viel darin investiert werde, die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen immer weiter zu verbessern.

Themenmonat Barrierefreiheit 

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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