Bauen | Kampf gegen steigende Mieten Studie: Ab 2016 kein Wohnungsmangel mehr in Deutschland

7. März 2013 | von

Der Wohnungsmangel in deutschen Städten ist eines der drängendsten Probleme derzeit. Damit könnte einer aktuellen Studie zufolge aber schon in naher Zukunft Schluss sein.

Die Entwicklung der Mieten und der Wohnungsmangel in vielen Städten sind zum Thema für den Bundestagswahlkampf geworden – mit durchaus positiven Folgen, wie eine aktuelle Studie zeigt. Bis 2016 werden in Deutschland jährlich rund sieben Prozent mehr Wohnungen gebaut als noch 2011, was den derzeitigen Wohnungsmangel beheben könnte. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Ifo-Instituts im Auftrag der Wüstenrot-Bausparkasse.

Die Bauexperten gehen davon aus, dass im Schnitt bis 2016 jährlich etwa 246.000 neue Wohneinheiten fertiggestellt sein werden. Damit würde ein Stand erreicht werden, den es zuletzt vor rund zehn Jahren gab, wo ebenfalls rund 300.000 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt wurden. Da zurzeit 250.000 Wohnungen in Deutschland fehlen, würde das Defizit damit ausgeglichen werden, erläutern die Experten in der Studie.

Fehler der Vergangenheit

Die derzeit fehlenden Wohnungen seien ein Fehler der Vergangenheit, denn jahrelang wurde es versäumt, Neubauprojekte durchzusetzen. Im Jahr 2009 wurden gerade einmal 136.000 neue Wohnungen auf den Markt gebracht. Ein Fehler, der auf der Wohnungssuche deutlich spürbar ist – vor allem bei den Mietpreisen.
Erst seit 2010 sind wieder Tendenzen für mehr Bautätigkeit zu erkennen, die 2012 mit zweistelligen Steigerungsraten und rund 215.000 fertiggestellten Wohnungen ihren bisherigen Höchststand erreichte. Dieses hohe Steigerungsniveau wird bis 2016 zwar nicht gehalten werden, laut Studie pendelt sich der Zuwachs beim Wohnungsneubau jedoch auf sieben Prozent pro Jahr ein. Damit wäre der Wohnungsmangel in drei Jahren behoben.

Entspannung bei den Mietpreisen

Gibt es wieder ausreichend Wohnraum, dann entspannen sich auch die Mietpreise wieder, prognostizieren die Experten der ifo-Studie in ihrer Pressemitteilung. Bei Miteinbeziehung aller bis 2016 fertiggestellten Wohneinheiten sieht Bernd Hertweck, Vorstand der Wüstenrot Bausparkasse, sogar rund eine Million neue Wohnungen auf dem deutschen Markt. Durch das gestiegene Angebot würden sich dann die Mietpreise seiner Meinung nach deutlich entspannen.

Der Fokus der Neubautätigkeiten wird in der Zukunft vermehrt auf Mehrfamilienhäusern liegen, weil dort das größte Defizit herrscht. Erwartet werden bis 2015 über 100.000 Fertigstellungen, was ein Zuwachs von 65 Prozent gegenüber 2011 darstellen würde. Weil darunter sowohl Eigentums- wie auch Mietwohnungen zu finden sein werden, sieht Hertweck hier den Hauptgrund für die Entspannung auf dem Immobilienmarkt.

Wird die Zukunft wirklich rosig?

Der Optimismus der Studie angesichts der prekären Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt muss auch skeptisch betrachtet werden. Ohne die richtigen Rahmenbedingungen würden sich die Vorhersagen nicht erfüllen, warnt Hertweck. Die momentan niedrigen Zinsen im Zusammenhang mit der stabilen wirtschaftlichen Lage begünstigten den Wohnungsbau, aber die Lage könnte sich auch schnell verändern. Der Bund und die Länder müssten daher Maßnahmen zur Förderung unbedingt beibehalten und ausbauen.

Infografik: Entwicklung und Prognose des Wohnungsneubaus in Deutschland

Die Grafik zeigt den prognostizierten Zuwachs an Wohungsneubauten bis zum Jahr 2016. Es zeigt sich, dass in der Zukunft wieder mehr gebaut wird. Quelle: Wüstenrot Bausparkasse

Quelle: Wüstenrot Bausparkasse

Quelle: Wüstenrot Bausparkasse

Themenmonat Mieternation Deutschland 

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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