Mieten | Kampf gegen steigende Mieten „Impulse für den Wohnungsbau“: Bündnis für günstigen Wohnraum

14. März 2013 | von

Das Bündnis „Impulse für den Wohnungsbau“ hat es sich zum Ziel gesetzt, den Wohnungsbau zu fördern um so den niedrigen Wohnungsbestand als limitierenden Faktor bei der Immobiliensuche zu beseitigen. Bereits heute spüren die Menschen vielerorts die Auswirkungen der geringen Bautätigkeit in Deutschland anhand der steigenden Preise.

An der Kampagne, die vom „Verbändebündnis Wohnungsbau“ 2004 ins Leben gerufen wurde, beteiligen sich insgesamt 28 bundesweit tätige Verbände und Kammern der Immobilien- und Bauwirtschaft, u.a. auch der Deutsche Mieterbund (DMB). Die Koordinierung der Aktivitäten übernehmen die Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau (DGfM), Dachverband der Mauerstein erzeugenden Industrien, und der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der die Interessen von über 900 Mitgliedsfirmen gegenüber den Zielgruppen Politik, Industrie, Planer und Handwerker vertritt.

Infografik sozialer Wohnungsbau

Der Bedarf an sozialem Mietwohnraum in Deutschland

Bedarf an sozialem Wohnraum in Deutschland.

Bedarf an sozialem Wohnraum in Deutschland. Daten: Impulse für den Wohnungsbau

Um in Zukunft ausreichenden und geeigneten Wohnraum zur Verfügung zu stellen und so die Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen, fordert das Bündnis eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen. Denn mittlerweile werden zahlreiche Menschen aus ihrem gewohnten Umfeld verdrängt, weil sie nicht auf die steigenden Miet- oder Kaufpreise reagieren können. Als Ursache für die Preissteigerungen nennt das Bündnis den Mangel an verfügbaren Immobilien. Vor allem in Ballungsregionen und in wirtschaftlichen Wachstumsregionen nimmt der Wohnungsmangel drastische Ausmaße an und immer mehr Senioren, Studenten und Geringverdiener werden aus ihren gewohnten Bezirken an die Peripherie verbannt. Die kaum bezahlbaren Mieten führen so auch zu sozialen Spannungen innerhalb der Gesellschaft.

Altersgerechter und energieeffizienter Neubau soll stärker gefördert werden

Auch im Bereich altersgerechtem Wohnen besteht noch großer Handlungsbedarf, da vielen Senioren kein geeigneter Wohnraum wie Wohnungen mit Treppenlift zur Verfügung gestellt werden kann. Der demographische Wandel müsse stärker berücksichtigt werden, denn bis 2030 wird jeder 3. Einwohner über 60 Jahre alt sein und wird somit zunehmend auf altersgerechtes Wohnen angewiesen sein. Außerdem würde das von den Senioren ohnehin bevorzugte Wohnen in der eigenen Wohnung die Sozialsysteme nachhaltig entlasten, müsste aber dafür stärker gefördert werden, so das Bündnis.

Um die steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen zu können, müssten ebenfalls mehr Anstrengungen seitens der Politik unternommen werden. Der Gebäudebereich ist mit einem Anteil von ca. 40% der größte Verbrauchssektor beim Endenergiebedarf und somit auch ein wesentliches Element der Energiewende.

Zudem würde der Wohnungsbau als Konjunkturmotor bei der Stabilisierung der Wirtschaftsverhältnisse helfen. Die Baubranche, ein Klassiker bei der Ankurbelung der Wirtschaft, hat darüber hinaus den Vorteil, dass die Leistungen nicht ins Ausland verlagert werden können, sondern vor Ort erbracht werden müssen. Etwa 7% der Erwerbstätigen in Deutschland sind im Bausektor beschäftigt und tragen damit zu einem nicht unerheblichen Teil zum Bruttoinlandsprodukt bei. Daher fordert die Kampagne die Politik dazu auf, mit der Wiedereinführung einer degressiven AfA von mindestens 4% steuerliche Investitionsanreize zu schaffen. Auch eine Ausdehnung der Einkommenssteuerermäßigung auf Planungs-, Architektur- und Handwerkerleistungen wird vom Bündnis befürwortet.

Themenmonat Mieternation Deutschland 

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