Wohnen | Wohnungsautomation Intelligentes Wohnen im Smart Home

14. März 2013 | von

In der Zukunft wohnen wir intelligenter – zumindest was Wohnungen und Häuser betrifft. Haushaltsgeräte, die sich um sich selbst und den ganzen Haushalt kümmern, damit der Mensch sich vom Arbeits- und Alltagsstress erholen kann – technisch ist dies und viel mehr bereits möglich.

Noch bevor wir die Augen öffnen, simuliert die darauf programmierte Lampe einen Sonnenaufgang, der Radiowecker tönt mit ansteigender Lautstärke und in der Küche schaltet sich die Kaffeemaschine schon ein. So könnte der Tag im Smart-Home beginnen.

Bereits circa 37 Prozent der Menschen in Deutschland können sich das Leben in einem Smart Home vorstellen, wie aus einer Studie von Facit Research, die Ende 2010 im Auftrag von „Connected Living“ ausgeführt wurde, hervorgeht.

Nicht alle Geräte sprechen die gleiche Sprache

Was bedeutet Smart Home eigentlich? Auf deutsch nennt sich diese Technik intelligentes Wohnen. Doch auch das drückt noch nicht aus, was diese Häuser eigentlich können und inwieweit sie sich von normalen Häusern unterscheiden. In einem Smart Home sind einzelne Elektrogeräte miteinander vernetzt und kommunizieren miteinander. Sie sollen damit zur Sicherheit und zum Komfort des Besitzers beitragen.

Die Geräte lassen sich so programmieren, dass sie sich zu bestimmten Uhrzeiten ein- oder ausschalten. Damit das Haus aber nicht nur das tut, was es aufgrund von Programmierungen für richtig hält, gibt es auch noch Schalter am Gerät oder an der Wand – so wie das aus Häusern bekannt ist, die nicht ganz so smart sind.

Die Vernetzung läuft vor allem in Neubauten kabelgestützt, in Altbauten, die nicht von Grund auf saniert sind, wird alternativ auch mit Funksignalen gearbeitet. Dass die Technik sinnvoll zusammenarbeitet, sichert ein gemeinsames System. Dieses nennt sich LCN, Homematic oder KNX. Das weltweite Standardprogramm ist KNX. Rund 300 Hersteller, darunter auch Siemens und Cisco benutzen es. Das Bussystem wird eingesetzt, weil sich nicht alle Geräte untereinander verstehen. Computer und Multimedia-Geräte verständigen sich noch über das lokale Netzwerk, aber Haushaltsgeräte sprechen eine andere Sprache. Hier wird KNX eingesetzt. In der Zukunft sollen aber alle Geräte besser miteinander kommunizieren können und die Sprache einheitlicher werden.

Wenn das Fenster mit der Heizung…

Ein Smart Home lernt, wie sein Besitzer tickt und passt sich den Vorlieben an. Es merkt sich, in welchem Raum zu welcher Uhrzeit eine bestimmte Temperatur herrschen soll. Die Geräte arbeiten durch die Vernetzung auch miteinander: Ein Tag im Sommer, die Sonne scheint. Das Fenster im Obergeschoss registriert die Sonnenstrahlen und leitet diese Information an die anderen Geräte weiter. Die Heizung reagiert indem sie die Temperatur nach unten regelt. Die Jalousien wissen, dass es an der Zeit ist, runterzufahren. So entstehen Vorteile für die Energieersparnis bei Strom und Heizung.

Diese Technologie gehört inzwischen schon regelrecht zum Standard eines Smart Homes. Doch das intelligente Haus entwickelt sich stetig weiter. Ständig kommen neue Produkte und innovative Ideen auf den Markt, die den IQ des Smart Homes weiter steigern. Eine dieser Neuerungen etwa ist der Paniktaster am Bett: Wer nachts im Bett liegt und einen Einbrecher vermutet, kann mit einem einzigen Knopf das gesamte Haus hell erleuchten.

Das Haus intelligent nachzurüsten klingt erstmal nach einer Menge Kosten, schließlich müssen Leitungen verlegt und Touchpads an den Wänden angebracht werden. Doch es lohnt sich, die Kosten zu vergleichen. Die smarte Technologie in einem Neubau mit 150 m² kostet ab 13.000 Euro. Im Vergleich fallen für die herkömmliche Elektroinstallation zwischen 10.000 und 13.000 Euro an, der Preis ist also relativ ähnlich. Ein Smart Home bringt zusätzlich noch den Vorteil, dass es 20 bis 30 Prozent an Energie einspart. Der Aufpreis auf die konventionelle Technik von rund 4.000 bis 5.000 Euro zahlt sich auf die Dauer also aus.

Nicht alles muss intelligent sein

Wenn der Kühlschrank shoppen geht: So viel automation ging den Verbrauchern zuweit.

Wenn der Kühlschrank shoppen geht: So viel automation ging den Verbrauchern zuweit. Foto. Wolfgang Weichenmeier / pixelio.de

Was sich in Zukunft noch alles mit einem Smart Home anstellen lässt, wird sich zeigen. Prinzipiell sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Was jedoch sinnvoll ist, das hängt von den Bedürfnissen der Bewohner ab. Nicht alle Innovationen bringen auch einen Vorteil mit sich.

Auch Kühlschränke können intelligent sein – doch die wenigstens wissen seine Intelligenz zu schätzen. Das Gerät erkennt, welche Lebensmittel angebrochen oder aufgebraucht sind und ohne seinen Besitzer damit zu behelligen bestellt er einfach Nachschub. Klaus Scherer, Leiter des Fraunhofer inHaus-Zentrums erklärt im „Manager Magazin“, warum niemand diesen Kühlschrank haben will: Kein Mensch würde wollen, dass der Kühlschrank eigenständig Lebensmittel aus dem Internet bestellt. Dort sei am Verbraucher vorbei entwickelt worden. Für ihn sei ein derartiges Gerät unnütz und überflüssig.

Themenmonat Mieternation Deutschland 

Dieser Artikel ist Teil des Themenmonats Mieternation Deutschland. Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier.

Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Wohnen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>