Langer Winter führt zu hohen Heizkosten

8. April 2013 | von

Obwohl der Winter endlich vorüber zu sein scheint, bleibt für Verbraucher kaum ein Grund zur Freude: Insbesondere der kalte März sorgt für einen deutlichen Anstieg der Heizkosten.

Der Winter 2012/2013 war nicht nur länger, sondern auch kälter als üblich: Im Vergleich zur vorjährigen Heizperiode lagen die Temperaturen von Oktober bis Januar niedriger, sodass bereits von Beginn des Winters an mehr geheizt werden musste als im Jahr davor. Hinzu kam der überdurchschnittlich kalte März, der satte 4,1 Grad kälter war als der März 2012. Laut Deutschem Wetterdienst mussten die Deutschen gut 50% mehr heizen werden als zu diesem Zeitpunkt eigentlich üblich. Experten schätzen, dass die Heizkostenabrechnungen um bis zu 20% steigen könnten.

Anstieg der Kosten für Heizöl von 2000-2013.

Anstieg der Kosten für Heizöl von 2000-2013.

Kalter März kann mit bis zu 90 Euro zu Buche schlagen

Für Haushalte, die mit Öl heizen, bedeutet dies einen Anstieg der Heizkosten von monatlich 60 Euro bei 100 Quadratmeter Wohnfläche . Besitzer eines Eigenheims müssen mit gut 90 Euro rechnen, während für eine Zweizimmerwohnung mit etwa 30 Euro gerechnet werden muss, wie ein Experte der Beratungsgesellschaft co2online herausfand.

Laut den Internetvergleichsportal TopTarif steigen die Heizkosten für gasbeheizte Häuser und Wohnungen um durchschnittlich 55 Euro nur für den Monat März an. Doch diese Kostenberechnungen basieren lediglich auf Durchschnittswerten, die je nach individuellem Heizverhalten höher oder niedriger ausfallen können.

Trotz Erhöhung der Heizkosten muss das Jahr 2013 aber nicht zwingend teurer werden, denn ein warmer Oktober oder November kann die lange Kälteperiode kompensieren und so dazu führen, dass am Ende nicht soviel nachgezahlt werden muss. Zudem sind laut Statistischem Bundesamt die Heizölpreise derzeit leicht gesunken, was sich positiv auf die Endrechnung auswirken wird. Es wird zudem erwartet, dass die Preise weiter sinken werden, da durch das Fracking-Verfahren bisher unerschlossene Reserven geborgen werden könnten. In den USA hat die umstrittene Technik bereits zu sinkenden Preisen geführt.

Bereits 2012 ist der Energieverbrauch angestiegen

Nicht zu vergessen bleibt, dass bereits vor gut einem Jahr die Temperaturen im Schnitt deutlich niedriger waren als üblich. Somit fiel schon die Heizkostenabrechnung für 2012 mit einem Anstieg von durchschnittlich 7,5 Prozent bereits deutlich höher aus, als dies die Jahre davor der Fall war. In Verbindungen mit den gestiegenen Preisen für Heizöl und Gas dürfte mit erheblichen Nachzahlungen zu rechnen sein.

Der Anstieg ist aber nicht nur auf den längeren und kälteren Winter zurückzuführen, sondern auch die Zahl der Sonnentage spiele eine Rolle, wie der Geschäftsführer vom Verein der Haus- und Grundbesitzer München erklärt. Die passive Sonnenkraft, die entsteht, wenn die Sonne durchs Fenster scheint, sorgt dafür, dass weniger Energie zum Heizen verwendet werden muss.

Ressourcen werden langsam knapp

In manchen Regionen sorgte der lang anhaltende Frost für eine Verknappung des Heizöls. Die Nachfrage steigt, viele Haushalte sind derzeit zusätzliche Lieferungen angewiesen. Doch die Lieferanten selbst haben mit Versorgungsengpässen zu kämpfen, der Stand der gespeicherten Erdgasvorräte ist am Wochenende auf einen historischen Tiefstand von unter 20 Prozent gefallen. Mancherorts sollend die Reserven sogar unter 5 Prozent liegen.


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