Solarenergie | Solaranlage Lohnen sich Solaranlagen für Hausbesitzer?

11. April 2013 | von

Viele Eigenheimbesitzer scheuen die Mühen und die hohen Anschaffungskosten, die mit dem Kauf und dem Einbau einer Solaranlage verbunden sind. Unter Umständen können sich diese aber durchaus lohnen, vor allem in finanzieller Hinsicht.

Die Bundesregierung hat die Solarförderung im vergangenen Jahr so stark gekürzt wie noch nie seit Beginn der staatlichen Subvention. Nicht gerade ermutigend für Hausbesitzer, die am überlegen sind, ob sie ihr Haus auf Solarenergie umrüsten wollen, schließlich sank die Förderung für Solarstrom um bis zu 20 Prozent. Für große Solarparks wurde die Förderung sogar um bis zu 40 Prozent gekürzt – für sie gibt es dementsprechend nur noch 13,5 Cent je Kilowattstunde Sonnenstrom. Darüber hinaus soll nach der neuen Regelung nur noch 90 Prozent des Stroms zu den garantierten Preisen abgenommen werden, bei Kleinanlagen sind es sogar nur 80 Prozent. Der Rest muss zum Eigenverbrauch verwendet oder zu normalen Strompreisen vermarktet werden.

Allerdings bleiben die günstigen Kredite für den Kauf einer Solaranlage bestehen. Bei Kosten, die gerne in den fünfstelligen Bereich rücken, ist es von großer Bedeutung, auf einen günstigen Kredit zurückgreifen zu können. Spezielle Kredite mit niedrigen Zinsen und einer Laufzeit von 20 Jahren gibt es etwa von der KfW, wobei die meisten Banken mittlerweile ähnliche Kredite anbieten. Aufgrund der staatlichen Einspeisevergütung sind auch ohne Eigenkapital genügend Sicherheiten vorhanden, so dass die hohe Kaufsumme einer Solaranlage in der Regel kein Hindernis darstellt.

Rendite trotz Senkung des Fördersatzes auf 19,5 Cent pro Kilowattstunde?

Preise für Komplettanlagen

Preise für Komplettanlagen laut Branchenverband BSW Solar.

Bleibt die Frage, ob es sich angesichts der Kürzung für Solarstrom überhaupt noch lohnt, sich eine Solaranlage auf dem Dach zu installieren. Bei einer Vergütung von nur 19,5 Cent für kleine Dachanlagen muss genau kalkuliert werden, ob sich die Installation noch rechnet. Dabei müssen die aktuellen Strompreise berücksichtigt werden, der im Durchschnitt derzeit bei fast 26 Cent pro Kilowattstunde liegt.

Wer seinen Strom also selbst verbraucht statt ihn einzuspeisen, spart dadurch Geld. Selbst wenn der Fördersatz auf 15 Cent pro Kilowattstunde sinken würde, würde die zu erwartende Rendite in dem Fall noch bei bis zu 6% liegen, wie das Instituts Prognos errechnet hat. In den letzten sechs Jahren sind nämlich die Anschaffungskosten für Solaranlagen um etwa 60% gesunken. Der Preisverfall hat die Renditen weiter steigen lassen, denn die Fördersätze sinken langsamer als die Preise für Solarmodule. Beim Kauf der billigeren, chinesischen Solarmodule fallen die Renditen sogar noch höher aus als beim Kauf deutscher Anlagen. Hausbesitzer, die sich momentan für eine Solaranlage entscheiden, können immerhin noch mit Renditen zwischen 4 und 5 Prozent rechnen.

Einziges Manko zurzeit ist die fehlende Rentabilität von Stromspeichern. Die Speicherlösungen sind nämlich für Privathaushalte momentan noch zu teuer. Eine Förderung von Solarspeichern wird derzeit noch von der Bundesregierung diskutiert, sollte aber bereits ab 1. März 2013 in Kraft getreten sein. Da die Frage der Finanzierung noch nicht endgültig geklärt ist, bleibt der Starttermin für die Förderung noch offen.

Was kostet eine Anlage derzeit?

Allgemein lässt sich sagen, dass eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 1.000 Watt unter optimalen Bedingungen im Jahr 2012 um die 2.250 Euro gekostet hat. Pro Jahr lassen sich damit etwa 800 bis 1.000 Kilowattstunden Strom produzieren – das entspricht etwa einem Fünftel bis einem Viertel des Verbrauchs einer vierköpfigen Familie. Wer sich hingegen vollständig selbst versorgen will, muss mit Anschaffungskosten von 9.000 bis 11.000 Euro rechnen.


Wird eine Kalkulation aufgestellt, um herauszufinden, ob sich der Strom vom Dach lohnt, dürfen außerdem die Steuern nicht vergessen werden. Jeder, der Solarstrom ins Netz einspeist, gilt als Gewerbetreibender und muss seine Gewinne dementsprechend versteuern und eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Zwar können sich Kleinunternehmer von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen, dann besteht aber auch nicht mehr die Möglichkeit, sich die Umsatzsteuer für Material und Installation vom Finanzamt rückerstatten zu lassen.

Leistungsabhängige Fördersätze in ct/kWh für Solaranlagen

Fördersätze für Solaranlagen. Daten: Bundesnetzagentur

Fördersätze für Solaranlagen. Daten: Bundesnetzagentur

Themenmonat Photovoltaik und Solaranlage 

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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