Solarenergie | Steigende Strompreise Das Aus für die Strompreisbremse: Preisanstieg für Strom erwartet

23. April 2013 | von

Die Einführung der Strompreisbremse ist gescheitert – Bund und Länder konnten keinen Konsens erzielen. Nun kommen erneut stark steigende Strompreise durch die EEG-Umlage auf die Verbraucher zu. Ob das Ende der Strompreisbremse für die Verbraucher letztendlich positiv oder negativ zu bewerten ist, darüber sind sich Politiker, Verbraucher und Experten derzeit uneinig.

Rückblick: Ursprünglich wollte Bundesumweltminister Altmaier (CDU) das weitere Ansteigen der Strompreise durch die Strompreisbremse verhindern. Dafür sollte das jetzige Niveau der EEG-Umlage, das bei knapp 5,3 Cent pro kWh liegt, für die folgenden zwei Jahre eingefroren werden, um Verbraucher vor Preisexplosionen zu schützen und die Industrie stärker an den Kosten für die Energiewende zu beteiligen.

Die Umlage ist insbesondere in den letzten zwei Jahren massiv gestiegen, nachdem sie im Jahr 2010 noch bei 2,05 Cent je kWh lag. Für die Strompreisbremse wollte Altmaier die Einspeisevergütungen für eine bestimmte Zeit aussetzen. Doch die Verhandlungen dafür sind gescheitert, das für kommende Woche geplante Treffen mit den Chefs der Staatskanzleien der einzelnen Länder ist nun abgesagt worden.

 


Strompreise wären trotz Bremse gestiegen

Die Tatsache, dass eine erhöhte Produktion von Wind- und Solarenergie zwar theoretisch die Einkaufspreise senken müsse, faktisch aber die Kosten für die Verbraucher durch die EEG-Umlage steigen, ist das eigentliche, grundlegende Problem. Echte Ersparnisse für die Verbraucher würden sich vor allem dann ergeben, wenn die Industrie sich verstärkt an den Kosten beteiligen würde. Derzeit sind nämlich zahlreiche Unternehmen von der EEG-Umlage befreit, um auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Allerdings sind auch viele ausschließlich im Inland tätige Unternehmen von der Umlage befreit.

Zusammensetzung des Strompreises

Quelle: BDEW-Strompreisanalyse vom Januar 2013

Zudem ist nicht der Ausbau erneuerbarer Energien für den Preisanstieg verantwortlich, sondern der gesunkene Strompreis an der Börse. Auch der gestiegene Eigenverbrauch führt dazu, dass weniger Verbraucher einzahlen und sich die Umlage somit auf weniger Haushalte verteilt.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin ist erleichtert über das Scheitern der Verhandlungen zur Strompreisbremse. Die Pläne hatten die gesamte Branche verunsichert und zahlreiche Investitionen gefährdet. Auch der Rückgang der Beschäftigungszahlen würde in direktem Zusammenhang mit der Strompreisbremse stehen. Vorwürfe kommen aber nicht nur von den Grünen, auch SPD und sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) waren mit den Vorschlägen Altmaiers wohl nicht ganz einverstanden, wie bereits während der Verhandlungen deutlich wurde.

EEG-Umlage wird weiter steigen

Anstieg der EEG-Umlage

Quelle: BDEW

Die deutsche Energieagentur (Dena) geht laut Bild-Zeitung davon aus, dass die EEG-Umlage bis zum 1. Januar 2014 um mindestens 1 Cent auf 6,3 ct/kWh steigen wird. Das Scheitern der Verhandlungen sei laut Dena fatal, denn es bestehe dringender Handlungsbedarf bei den immer höher werdenden Strompreisen. Das Bundesministerium geht sogar davon aus, dass die EEG-Umlage zum Jahreswechsel auf mindestens 7 Cent ansteigen werde. Damit wäre die EEG-Umlage mehr als dreimal so hoch als noch vor drei Jahren. Altmaier hofft derweil, dass es spätestens nach der Bundestagswahl mit Bund und Ländern zu neuen Verhandlungen zum Thema Strompreisbremse kommen wird.

Hausbesitzer sollten vor einem erneuten Anstieg der Umlage überlegen, ob Sie in die Installation einer Solaranlage investieren. Wer den so produzierten Strom zum Teil selbst verbraucht, kann mit einer Förderung mit zinsgünstigen Krediten durch die KfW rechnen.

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