Solarenergie | Photovoltaik Ab wann der Selbstverbrauch von Solarstrom lohnt

24. April 2013 | von

Solaranlagen zur Stromerzeugung werden immer beliebter und sind für Hausbesitzer mit Hilfe von Förderungen auch immer öfter bezahlbar. Das Stichwort lautet Netzparität: Mit selbst erzeugtem Strom kann gegenüber dem gekauften einiges eingespart werden.

Preisentwicklung von Photovoltaik-Anlagen.

Preisentwicklung von Photovoltaik-Anlagen. Grafik: BSW-Solar/EuPD Research

Die Preise für Solaranlagen sind inzwischen so weit gesunken, dass der eigene Strom vom Dach für den Endverbraucher billiger ist als der Strom, den er von seinem Versorger bezieht. Kein Wunder, denn in letzterem stecken neben den Herstellungskosten auch Gewinnmargen, Netzkosten, eine Konzessionsabgabe sowie verschiedene Steuern und Umlagen. Der Endverbraucherpreis beträgt somit oft 25 Cent oder mehr pro Kilowattstunde – während konventionell erzeugter Strom in der Herstellung oft nur fünf bis sieben Cent, teilweise sogar noch weniger kostet. Im Endeffekt heißt das, dass Solarstrom nicht günstiger in der Herstellung ist als konventioneller Strom aus Kohle oder Gas, sondern nur, dass der Selbstverbrauch nicht mehr teurer ist als der Stromkauf vom Versorger.

Was außerdem für die Eigennutzung spricht: Die Einspeisevergütung, die jeder Betreiber einer Solaranlage für das Einspeisen seines Stroms ins allgemeine Stromnetz erhält, ist innerhalb der letzten Jahre stark gesunken. Und damit nicht genug: Mit der Neuregelung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wurde festgelegt, dass die Vergütung für neu ans Stromnetz angeschlossene Anlagen zukünftig weiterhin monatlich um bis zu 2,8 Prozent sinkt. Wer nun Strom vom örtlichen Versorger kauft und den teureren, dafür aber innerhalb eines Monats kündbaren Grundversorgungstarif wählt, zahlt heute oft mehr als 25 Cent pro Kilowattstunde. Das ist mehr als er für den selbst erzeugten Solarstrom bekommen würde – damit ist die Netzparität erreicht.

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Solarstrom teilweise selbst zu verbrauchen lohnt sich

Es zeigt sich: Teilweiser Eigenverbrauch ist oft die sinnvollste Variante. Mit der Neuregelung der Einspeisevergütung zum 1. April 2012 gab es eine grundlegende Änderung hinsichtlich des Eigenverbrauchs. Erhielten Solaranlagenbetreiber bis dahin eine zusätzliche Vergütung für den selbst verbrauchten Solarstrom, gibt es diese jetzt nicht mehr und Betreiber größerer Anlagen mit mehr als 10 Kilowatt Leistung müssen zehn Prozent des erzeugten Stroms selbst verbrauchen oder auch anderweitig vermarkten. Was sich beim Selbstverbrauch allerdings als großes Problem erweist, ist die Tatsache, dass Solarstrom nicht immer genau dann erzeugt wird, wenn er benötigt wird, sondern nur, wenn die Sonne scheint. Der Strom muss also gespeichert werden – und das kann teuer werden: Hierzu müssen große Batterien verwendet werden, deren Anschaffung sich schnell auf einen vierstelligen Betrag belaufen kann. Das kann den Preisvorteil schnell wieder umkippen. Jedoch hat die Bundesregierung erst kürzlich beschlossen, Solarstrom-Speicher künftig finanziell fördern zu wollen.

Ohne die Speichermöglichkeit ist der Selbstverbrauch nämlich auf höchstens 20 bis 30 Prozent beschränkt, der Rest muss eingespeist werden. Die Erklärung liegt nahe: Eine normale Solaranlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses produziert bei strahlendem Sonnenschein meistens viel mehr Strom als zu diesem Zeitpunkt tatsächlich gebraucht wird. Bei bewölktem Himmel und nachts wird hingegen wenig bis gar kein Strom produziert. Ein wenig kann der Eigenverbrauchsanteil des Stromverbrauchs allerdings beeinflusst werden: Energie fressende Geräte wie Waschmaschinen und Trockner etwa sollten im Idealfall immer dann betrieben werden, wenn die Solaranlage auf dem Dach gerade besonders viel Sonne abbekommt.



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Über Sabine Wagner

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