Steuern sparen mit Solaranlagen

17. Mai 2013 | von

Bisher stand aufgrund der hohen Einspeisevergütungen für Strom der Renditegesichtspunkt im Vordergrund. Mit dem kontinuierlichen Herabsenken der Einspeisevergütung ging die Rendite allerdings zurück und steuerliche Absetzungsmöglichkeiten rücken immer mehr in den Vordergrund. Denn hier ist noch eine Ersparnis zu erzielen.

Trotz sinkender Vergütungssätze bleibt Solaranlage weiterhin attraktiv

Die Entwicklung der Einspeisevergütun

Die Entwicklung der Einspeisevergütung. Daten: Bundesnetzagentur

Die EEG-Vergütung sinkt und sinkt – im Mai 2013 werden nur noch 15,63 Cent pro kWp gezahlt. Ein Jahr zuvor waren es noch 19,31 Cent pro kWp, was die Einspeisung deutlich attraktiver machte. Doch trotz sinkender Vergütungssätze bleibt eine Solaranlage weiterhin lukrativ, schließlich können damit auch Steuern gespart werden. Auch der Eigenverbrauch macht bei den derzeit recht hohen Strompreisen von etwa 28 Cent pro kWp zunehmend Sinn.

Zudem sind die Kaufpreise für Solaranlagen drastisch gesunken, was ebenfalls bei der Entscheidung mit eingerechnet werden muss. Insgesamt bleibt der Erwerb einer Solaranlage also weiterhin rentabel, wenn einige Punkte beachtet werden. Zunächst einmal gilt, dass der Betrieb einer Photovoltaik-Anlage in jedem Fall beim Finanzamt gemeldet werden muss. Auch der Bundesnetzagentur muss der Erwerb einer Solaranlage mitgeteilt werden.

Steuerliche Vorteile beim Erwerb einer Solaranlage

Preise Solaranlagen

Preisentwicklung von Solaranlagen: Photovoltaik wird immer günstiger.

Wer Strom in das öffentliche Netz einspeist und ihn damit verkauft, wird zum Unternehmer. Das bringt einige Pflichten mit sich, aber auch einige Vorteile. Die beginnen schon vor der Installation der Photovoltaik: bis zu 40 Prozent der Investitionssumme können steuerlich abgeschrieben werden, wenn die Investition in den nächsten drei Jahren erfolgt. Dazu kommt eine Sonderabschreibung von bis zu 20 Prozent, die auf fünf Jahre verteilt werden kann. In den ersten Jahren, wenn die Installationskosten noch nicht gedeckt sind, wird daher oft ein Verlust erzielt. Können aber auf 20 Jahre gerechnet Gewinne erzielt werden, darf der erzielte Verlust mit anderen Gewinnen, etwa aus einer selbstständigen Tätigkeit, verrechnet werden und kann so zu einer Steuerersparnis führen.

Mindestens zwanzig Jahre lang sollte die Anlage in Betrieb sein, und in jedem Jahr kann 1/20 der Investitionssumme als Betriebsausgabe vom Einkommen abgesetzt werden, sofern nicht zuvor schon die Sonderabschreibung in Anspruch genommen wurde. Sonst würde sich die Abschreibungsbasis entsprechend vermindern.

Steuerliche Anreize auch für Produktion und Verkauf von Strom

Zu versteuern sind nur die Einkünfte, die aus dem Saldo von Betriebseinnahmen und –ausgaben entstehen. Neben der Abschreibung mindern also auch anfallende Zinsen für den KfW-Kredit, eventuelle anteilige Versicherungsbeiträge oder Reparatur- und Instandhaltungskosten für die Anlage die Einkünfte. Übrigens: Gewerbesteuer fällt in der Regel nicht an, da die Einkünfte unter dem Freibetrag von 24.500 Euro liegen dürften.

Solarenergie Ratgeber

Zwar wird beim Verkauf von Strom an den örtlichen Versorger eine Mehrwertsteuer fällig, allerdings kann sie bei privaten Betreibern vom Finanzamt zurück erstattet werden. Dies trifft ebenfalls auf den Kauf der Photovoltaik-Anlage zu. Wer allerdings davon profitieren will, sollte bei der Frage vom Finanzamt, ob der Betreiber als Kleinunternehmer behandelt werden will, Nein ankreuzen.

Seit April 2012 wird zwar für den selbstverbrauchten Strom bei Anlagen bis 10 Kilowatt Spitzenleistung keine Vergütung mehr bezahlt. Der Eigenverbrauch lohnt sich aber dennoch, schließlich sinken die Einspeisevergütungen, während die Strompreise steigen. Da seit Mai ein Förderprogramm für Solarstromspeicher besteht, wird der Erwerb einer Solaranlage zusätzlich attraktiver. Dies gilt allerdings nur für Anlagen, die erst vor Kurzem in Betrieb genommen wurden und mit einem Speicher kombiniert werden. Wer sich also jetzt für den Kauf einer Photovoltaik entscheidet, sollte gleichzeitig auch über einen Stromspeicher nachdenken.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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