Wohnen | Treppenlift Einbau eines Treppenlifts ist auch im Mietshaus möglich

13. Juni 2013 | von

Treppenlifte sind ein wichtiger Baustein barrierefreien Wohnens und können in den meisten Eigenheimen eingebaut werden. In Mietshäusern sieht die Situation etwas anders aus.

Wer sein Eigenheim barrierefrei gestalten will, hat komplett freie Hand. Weil Deutschland nach wie vor einen hohen Anteil an Mietwohnungen hat, ergibt sich für Mieter ein Problem: Können auch in Mietshäusern Treppenlifte eingebaut werden, wenn diese benötigt werden?

In Mietshäusern muss der Eigentümer laut § 554a Abs. 1 BGB den Einbau eines Treppenlifts gewähren, wenn ein Mieter aus körperlichen Gründen seine Wohnung über das Treppenhaus nicht mehr erreichen kann. Der Paragraf garantiert den Anspruch der Mieter auf einen barrierefreien Zugang zur Wohnung.

Allerdings müssen betroffene Mieter alle für Kauf und Einbau anfallenden Kosten selbst tragen.

Treppenlift-Kauf sollte durchdacht sein

Der Kauf eines Treppenlifts ist nicht nur wegen der Kosten eine große Investition, die Anschaffungskosten spielen bei der Kaufentscheidung für einen Treppenlift jedoch eine entscheidende Rolle. Die Preise für einen Lift lassen sich auch nicht pauschalisieren, da die Kosten je nach Liftart, Ausstattung sowie den örtlichen Gegebenheiten variieren.

Die Preisspanne bei den Treppenliften reicht dabei, je nachdem für welchen Typ man sich entscheidet, zwischen 5.000 Euro für Basismodelle bis zu 20.000 Euro für besonders gut ausgestattete Lifte. Hinzukommen die Montagekosten, Ausstattungswünsche sowie die räumlichen Gegebenheiten, an die ein Lift gegebenenfalls angepasst werden muss.

Wer sich trotz der hohen Anschaffungskosten für einen Treppenlift entscheidet, der sollte sich vor dem Einbau von einer neutralen Wohnberatungsstelle informieren lassen. Vor dem Kauf sollten zudem auch verschiedene Systeme ausprobiert werden. Wichtig hierbei: Die Anlage sollte sich ohne fremde Hilfe bedienen lassen und der Betroffene sollte auch sicher in und aus dem Treppenlift steigen können.

Vermieter muss fast immer zustimmen

Ist der richtige Treppenlift erst einmal gefunden, muss dieser ins Eigenheim eingebaut werden. In den meisten Treppenhäusern ist ein solcher Einbau problemlos möglich, und auch in Mietshäusern ist der Besitzer verpflichtet, seinen Mietern einen Treppenlift zu gewähren. Er kann den Einbau nur dann verhindern, wenn der Einbau die Sicherheit der anderen Bewohner auf der Treppe gefährdet.

Ist dies nicht der Fall, steht einem Einbau eines Treppenlifts in einem Mehrfamilienhaus nichts im Weg. Einziger Nachteil: Die anfallenden Kosten, muss der Bewohner auch hier selbst tragen. Zudem kann der Vermieter eine zusätzliche Kaution vom Mieter für einen solchen Einbau verlangen.

Der demografische Wandel in Deutschland hat erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Altersstruktur. Die Gesellschaft wird immer älter und das hat auch Folgen für die Immobilienwirtschaft: Barrierefreies Wohnen bekommt eine immer größere Bedeutung. Durch barrierefreies Wohnen können Bewegungsfreiheit und Unabhängigkeit in den eigenen vier Wänden lange Zeit gewährleistet werden.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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