Mietrecht Balkon

25. April 2014 | von

Gerade an schönen Tagen im Frühjahr oder Sommer freuen sich viele Mieter über ihren Balkon. Wer einen Balkon zur Verfügung hat, kann ihn als Mieter grundsätzlich nutzen, wie man möchte. Man sollte dabei lediglich auf die Nachbarn Rücksicht nehmen und bei der Gestaltung einige Punkte beachten.

Viele Mieter freuen sich darauf, auf dem Balkon ein Sonnenbad zu nehmen, zu Grillen und die lauen Abendstunden auf dem Balkon zu genießen. Egal ob mit lieben Freunden, mit Musik oder einem gutem Buch. Auch die obligatorische Zigarette am Feierabend genießen viele Raucher gern auf dem Balkon. Dabei gilt, die Nachbarn nicht zu stören und in ihren Empfindungen zu verletzen. Eine Freude sind in jeder Stadt und an jedem Balkon die bunten Blumenkästen und andere Dekorationsgegenstände. So schön das alles ist, so sorgsam müssen Mieter dabei auf die Sicherheit achten. Bei Unwettern müssen die Gegenstände sturmfest angebracht sein, dass die Blumenkästen etc. keine Schäden anrichten oder andere Menschen gefährden. Ähnliches gilt für Möbel, die auf dem Balkon für Gemütlichkeit sorgen. Die feste Montage eines Sonnenschutzes oder -segels ist in der Regel mit der Erlaubnis des Vermieters möglich.

Gerichtsurteile zum Verhalten auf und mit dem eigenen Balkon

Zu diesen und ähnlichen Themen gibt es zahlreiche Gerichtsurteile. So kann etwa ein Vermieter nicht grundsätzlich die Montage einer Markise verbieten, auch wenn es sich dabei um eine bauliche Maßnahme handelt. Die Mieter müssen sich vor der Sonne schützen können. Dies gilt besonders dann, wenn die Mieter zusagen, den Urzustand wieder herzustellen, wenn sie ausziehen.

Wir haben schon die Blumenkästen erwähnt. Auch dies dürfen Vermieter nicht grundsätzlich verbieten. Vor allem ist das dann der Fall, wenn Passanten nicht gefährdet werden, etwa bei Sturm, oder aber bereits jahrelang Blumenkästen geduldet worden sind.

Das Amtsgericht München hat sich mit dem Rauchen beschäftigt: Demnach wurde ein Vergleich geschlossen, dass die oben wohnende Vermieterin pro Kippe, die herunterfällt, 100 Euro an den Mieter zahlen muss. Sie verweigerte die Zahlung mit der Begründung, sie rauche nur E-Zigaretten.

Viele Urteile gibt es auch zum Thema Grillen. Partylärm und Gerüche sind dabei die häufigsten Streitpunkte. In der Regel finden sich in der Hausordnung genaue Informationen. Bei Zuwiderhandlung kann eine Abmahnung oder die Kündigung drohen. Es kann hilfreich sein, Gäste oder einen Grillabend im Vorfeld rechtzeitig anzukündigen und vielleicht sogar die Nachbarn dazu einzuladen.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Mieten abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.