Wichtige Tipps für die Wohnungsübergabe

17. September 2014 | von

Ein Auszug aus einer Wohnung ist stressig: Sachen einwickeln, Kartons packen, Möbel schleppen, streichen – für all das bleibt meistens wenig Zeit und in der Hektik passieren oft kleine Missgeschicke:  Schnell verkratzen schwere Schränke den Fußboden oder die Zeit zum Putzen ist einfach zu knapp. Doch nicht immer kann der Vermieter etwas gegen die Nachlässigkeiten des Mieters unternehmen.

Mieter dürfen selbst streichen

Der Vermieter muss akzeptieren, dass der Mieter, die im Mietvertrag vereinbarten Schönheitsreparaturen, selbst ausführt. Laut dem Bundesgerichtshof dürfen dem Mieter auch für die Schönheitsreparaturen Freunde, Bekannte oder andere Helfer zur Seite stehen, die ebenalls keine Malermeister sein müssen. Die Wand sollte hinterher nur „fachgerecht“ gestrichen sein.

Leichte Kratzer im Fußboden sind kein Problem

Wie Stiftung Warentest berichtet, müssen leichte Kratzer im Parkett, Druckstellen von Möbeln oder Abnutzungen des Fußbodens durch langen Gebrauch vom Vermieter akzeptiert werden. Die Sanierung des Fußbodens gehört damit auch nicht zu den Schönheitsreparaturen. Anders sieht das bei Schäden aus, die über normale Gebrauchsspuren hinausgehen, wie beispielsweise Weinflecke oder Brandlöcher: Hier muss der Mieter für den entstandenen Schaden aufkommen und ihn beseitigen.

Abnutzung müssen toleriert werden

Wenn viele kleine Defekte in der Wohnung vorhanden sind, dann darf der Vermieter den Mieter, nach Auffassung der Gerichte, nicht zur Kasse beten. Denn diese kleinen Defekte zählen zur normalen Abnutzung: Für ein fehlendes Flaschenfach im Kühlschrank oder einen verkalkten Duschkopf darf der Vermieter keinen Schadenersatz fordern.

Grundreinigung ist nicht nötig

Wenn im Mietvertrag von einer „Besenreinen Übergabe“ die Rede ist, dann braucht der Mieter die Wohnung auch nur so übergeben. Dies geht aus einem Urteil des Bundesgerichthofs hervor: Demnach ist es vollkommen ausreichend, wenn der Mieter die Wohnung ordentlich kehrt und grobe Unreinheiten entfernt. Des Weiteren muss der Mieter noch nicht einmal die Fenster bei seinem Auszug putzen, sondern nur Klebereste oder Dekoration entfernen.

Auch der Keller sollte für die Übergabe leer geräumt sein. Hier müssen Spinnweben allerdings vom Mieter vorher entfernt werden.

Absplitterungen im Bad sind normal

Sind die Fließen im Bad mit kleinen Kratzern versehen, muss der Vermieter dies hinnehmen. Diese Kratzer gehören zur normalen Abnutzung. Das Gleiche gilt auch für schwarze Fugen. Laut dem Amtgericht in Köln muss der Mieter diese nicht extra weißen.

Nachträgliche Mängel

Wenn dem Vermieter nach der Schlüsselübergabe Mängel in der Wohnung auffallen, die nicht im Übergabeprotokoll stehen, dann kann er den ehemaligen Mieter dafür nicht mehr zur Rechenschaft ziehen. Für alle Mängel, die nicht im Übergabeprotokoll vermerkt sind, kann der Vermieter hinterher keinen Schadenersatz geltend machen.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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