Wohnung: mieten oder kaufen?

19. September 2014 | von

Niedrige Zinsen, ein Mangel an Anlagealternativen und starke Preisanstiege von Wohnimmobilien haben in den deutschen Großstädten eine Debatte in Gang gesetzt. Diskutiert wird die Frage: Lohnt sich der Kauf einer Immobilie? Doch darauf gibt es nicht nur eine Antwort, sondern gleich drei: die finanzmathematische, die emotionale sowie die empirische.

Die finanzmathematische Antwort:

Die finanzielle Unabhängigkeit ist ein Ziel, das von vielen Menschen immer stärker favorisiert wird. Mietfrei zu wohnen, ist ein Meilenstein zur Erreichung dieses Ziels. Wer eine Immobilie kaufen möchte, der sollte allerdings beachten, dass die persönliche finanzielle Situation beim Kauf einer Immobilie eine wichtige Rolle spielt: Denn der Immobilienerwerb bedeutet im Vergleich zu anderen Anschaffungen eine der größten Investitionen für einen Privathaushalt.

Im Vorfeld sollte man daher auch klären, welchen Kaufpreis man sich überhaupt leisten und wie die Finanzierung so gestaltet werden kann, dass man möglichst flexibel bleibt. Dazu gehört auch, dass man nicht das gesamte verfügbare Eigenkapital in die Immobilie investieren sollte.

Käufer sollten sich zudem im Klaren sein, dass es bei einer anfänglichen Tilgung von nur 1% länger als 20 Jahre dauern kann, bis man eine Immobilie wirklich sein Eigenheim nennen kann.

Die emotionale Antwort:

Meistens sind dem Käufer die schnöden Zahlen weniger wichtig als das Gefühl, in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Viele bekommen ein unbehagliches Gefühl, wenn sie daran denken, mit Ende 30 noch die Wohnung eines Fremden zu nutzen. Sie können ihre Miet-Wohnung nie wirklich ihr Eigenheim nennen und entschließen sich daher eine Immobilie zu kaufen.

Der Mieter wiederum bekommt bei einem solch großen, finanziellen Risiko oft Panik. Ihm schwirren Fragen durch den Kopf wie: Was ist, wenn ich zur falschen Zeit am falschen Ort die Immobilie kaufe? Diese Gedanken halten ihn vom Kauf zurück.

Die empirische Antwort:

Laut der Bundesbank verfügen Immobilieneigentümer mit laufenden Krediten in Deutschland über durchschnittlich 270.000 Euro – damit haben sie ein fünfmal höheres Nettovermögen als Mieter. Zudem gehen sie auch mit einem vielfach höheren Vermögen in den Ruhestand als Mieter.

Doch woher kommen diese Vermögensunterschiede?

Man könnte meinen, dass diese Vermögensunterschiede vor allem unterschiedlichen Voraussetzungen geschuldet sind. Bedeutet: Der typische Käufer ist finanziell weit besser gebettet, als der typische Mieter.

Allerdings stimmt dieser Gedanke nicht ganz: Durchschnittliche Mieter weisen eine weit niedrigere Sparquote auf als Immobilienkäufer – unabhängig vom Einkommensniveau. Mieter legen einfach weniger vom Haushaltseinkommen zurück, als Immobilienkäufer. Laut der Bundesbank sparen Immobilieneigentümer mit Hypotheken im Schnitt 22 Prozent ihres Einkommens, Mieter hingegen nur acht Prozent.

Nach Angaben des Deutschen Instituts für Altersvorsorge führt der Erwerb von Wohneigentum zum freiwilligen Einstieg in Zwangssparprozesse, die im Ergebnis die eigene Ungeduld oder sogar Unvernunft und Launenhaftigkeit bremsen.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Wohnung: mieten oder kaufen?

  1. Abdulmalik sagt:

    Ich bin auf der Suche nach einer Wohnung für zwei Personen zu mieten

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