Energiewende ist nicht nur Sache des Staates

29. September 2014 | von

Die Politik wird´s schon richten – Kaum ein Deutscher meint selbst etwas gegen den Klimawandel tun zu können. Viele denken nur an Erneuerbare Energien. Doch kann auch jeder Einzelne etwas bewirken.

Viele Deutsche glauben, dass sich die Energiewende fast ausschließlich mit dem Ausbau Erneuerbarer Energien vorantreiben ließe. Laut einer Umfrage des Forschungszentrums Jülich betrifft dies über 90 Prozent der Bürger. Sie vergessen leicht, dass neben Solarstrom und Windkraft auch andere Faktoren für den Klimawandelstopp relevant sind. Dazu gehören Energieeinsparungen und saubere Heizenergie.

Aus diesem Grund sieht es so aus, als ob die ganze Verantwortung beim Staat liege. Als Anfang Juli der Inhalt der neuen  EEG-Reform bekannt wurde, war die Kritik groß. Den Erneuerbaren Energien wurde in der Reform unter anderem der Vorrang zu fossil-atomaren Energiequellen abgesprochen. Die Eurosolar-Sektion Deutschland sprach daraufhin von einer historischen Zensur, die nicht mehr abgewendet werden könne. Die EEG-Reform sieht vor, dass die Marktintegration nun Vorrang hat. Durch die EEG-Umlage, die sogenannte Sonnensteuer, wird der Energieverbraucher direkt belastet und es werden Zubau-Deckel eingeführt, die den Solarstromausbau erschweren.

Größter Energieverbrauch durch Heizen

Mit der EEG-Reform nimmt die Bundesregierung Hauseigentümer und Mieter in die Pflicht. Denn der größte Teil des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt aufs Heizen. Mit 40 Prozent lässt es Strom und Straßenverkehr hinter sich zurück. Das Einsparungspotential für Klima und Geldbeutel ist  bei den hohen Heizkosten gleichermaßen verlockend. Allein durch Programme des Bundeswirtschaftsministeriums flossen rund 2,4 Milliarden Euro in diesen Bereich. Dennoch fehlt die Aufmerksamkeit. Dabei sind Energieeffizienz und die Wärmeenergie zentrale Themen für eine Energiewende. Die Bundesregierung setzt auf klare Ziele. Bis 2020 sollen 14 Prozent der Heizenergie von Erneuerbaren Energien stammen. 2012 wurde die Zehnprozentmarke geknackt. Allerdings stagniert dieser Bereich momentan.

2017 soll der Endenergieverbrauch um neun Prozent niedriger liegen als in den  Vergleichsjahren 2001-2005. 2013 stieg der Energieverbrauch allerdings wieder um 2,5 Prozent und der CO2-Ausstoß nahm nicht ab. Was ist also der richtige Weg für die Energiewende? Gebäudesanierungsmaßnahmen wurden jüngst stark kritisiert. Ebenso die EEG-Reform. Doch auch das Bewusstsein der Verantwortlichkeit jedes Einzelnen lässt zu wünschen übrig. Schon der Besuch eines Energieberaters kann helfen.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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