Diskriminierung von Ausländern bei der Wohnungssuche

31. Oktober 2014 | von

Der Wohnungsmangel betrifft viele. Besonders betroffen sind allerdings Personen, die einen Migrationshintergrund haben. Vermieter entscheiden sich oft bewusst für deutsche Mieter.

Noch in den 80er und 90er Jahre waren viele Wohnungsinserate mit dem Zusatz „keine Ausländer“ gekennzeichnet. Das hat sich mittlerweile geändert. Die Verlage haben sich auf Druck der Gewerkschaften bereit erklärt, solche Inserate nicht mehr zu drucken. Allerdings kann Diskriminierung bei der Wohnungssuche nicht ausgeschlossen werden. Wer am Telefon nicht perfekt Deutsch spricht oder einem ausländisch klingenden Namen hat, wird in entsprechenden Fällen mit einem „schon vergeben“ abgewimmelt. Lässt man zur Kontrolle eine deutschsprachige Person anrufen, ist die Wohnung dann doch zu haben. Dieses „Testing“ ist auch vor Gericht als Nachweis für die Diskriminierung zugelassen. Wenn ausreichende Beweise vorliegen, können Betroffene auf Entschädigung klagen.

Weitere Gründe für den Misserfolg bei der Wohnungssuche

Es ist allerdings nicht immer ersichtlich, ob es sich wirklich um Ausländer-Diskriminierung handelt. Auch überdurchschnittlich viele Kinder, ein geringes Einkommen oder Arbeitslosigkeit sind oft Hinderungsgründe für eine erfolgreiche Vermietung.

Eine Analyse des Instituts für Wirtschaftsförderung kommt zu dem Ergebnis, dass Ausländer auf dem Wohnungsmarkt schon allein deshalb benachteiligt werden, weil sie Ausländer sind. Auch Muslime sind in besonderer Weise betroffen, so die Aussage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Hautfarbe, Religion oder Herkunft scheinen immer noch einen großen Einfluss auf die Entscheidungen für oder gegen einen Mieter zu haben.

Wer sich wehren möchte, kann sich an die Antidiskriminierungsstelle wenden. Diese verzeichnet eine kleine dreistellige Zahl solcher Fälle. Allerdings wenden sich nur wenige Betroffene an solche Anlaufstellen. Auch, weil sie selbst nachweisen müssen, dass sie die Wohnung aufgrund ihrer Herkunft oder Religion nicht bekommen haben. Es gibt nur wenige Klagen. Der letzte Fall führte für eine dunkel pigmentierte Familie in Aachen zu rund 5.000 Euro Entschädigung, weil der Vermieter ihnen die Wohnungsbesichtigung verweigert hatte. Seitdem gab es allerdings keinen vergleichbaren Fall mehr.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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