Lebt es sich auf dem Land gesünder?

19. November 2014 | von

Diese Frage stellen sich vor allem Städter, die täglich von Hektik und Stress umgeben sind. Sie sehnen sich nach der Ruhe, der Weite und der frischen Luft, die das Landleben scheinbar für sie bereit hält.

Doch ob das Leben auf dem Land gesünder ist, als in der Großstadt bleibt fraglich. Einer Studie aus den USA zu folge, sind die Menschen auf dem Land sogar weniger aktiv und dicker als Menschen in den Städten.

Nichtsdestotrotz sind sich allerdings viele Forscher einig, dass das Landleben seine gewissen Vorzüge für die Gesundheit hat. Eine aktuelle Untersuchung des Robert Koch Instituts zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland zeigt, dass Großstädter häufiger unter allergischen Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen, Neurodermitis oder Nahrungsmittelallergien leiden als Landbewohner.

Dieses Ergebnis stützt sich auf die Hygiene-Hypothese vieler Wissenschaftler: Diese besagt, dass eine Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen oft gar nicht erst entsteht, wenn man schon in den ersten Lebensjahren mit bestimmten Mikroben in Kontakt kommt. Bedeutet also, dass der ländliche Dreck abhärtet! Andere Forscher behauptet wiederum, dass die Luftverschmutzung in den Großstädten der Auslöser vieler Allergien sei.

Leben in Großstadt birgt weitere Risiken

Neben einem größeren Risiko an Allergien, kann es bei den Großstädtern auch verstärkt zu Angststörungen, Schizophrenie und psychischen Störungen kommen. Um die Gründe hierfür zu finden, stellten Forscher des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim gesunden Probanden knifflige Fragen und setzten sie dabei zusätzlich unter Druck, indem sie den Probanden sagten, dass sie nicht gut genug seien und sich noch mehr anstrengen müssten.

Eine Messung der Hirnaktivität ergab daraufhin, dass diejenigen, die in der Stadt groß geworden waren oder jetzt in der Stadt lebten, eine stärkere Stressreaktionen zeigten als Versuchspersonen vom Land. Demzufolge haben sich Städter nicht an den höheren Stresspegel der Großstadt gewöhnt. Im Gegenteil. Die Untersuchung zeigt, dass sie sogar weniger gut mit Stresssituationen umgehen können als Landmenschen. Diese Erkenntnis könnte laut den Wissenschaftlern dafür sprechen, dass Großstädter anfälliger für psychische Störungen sind.

Leben auf dem Land entspannt Körper und Seele

Wer seine Gesundheit verbessern möchte, muss aber nicht gleich aufs Land ziehen. Mediziner der University of Exeter werteten Daten des British Household Panel Survey aus, mit folgendem Ergebnis: Städter, die erst in einem dicht bebauten und dann in einem grüneren Viertel wohnten, hatten sowohl nach dem Umzug, als auch drei Jahre später eine bessere psychische Gesundheit.


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