Kinderschlafplätze weltweit

19. Januar 2015 | von

Wie Kinder und Jugendlich leben, lässt sich gut an ihren Kinderzimmern und besonders ihren Schlafplätzen festmachen. Es gibt große Unterschiede. Prinzessinnenschlafzimmer findet man ebenso, wie eine Matratze unter freiem Himmel.

In unserer westlichen mittelständischen Gesellschaft ist uns eines klar: Ein Kind verdient ein liebevolles Zuhause. Dass es vielen Kindern auf dieser Welt nicht vergönnt ist in so einem zu leben oder gar ein eigenes Bett in einer sicheren Umgebung zu haben, ist den meisten nicht präsent. Verschiedene Aktionen versuchen deshalb darauf aufmerksam zu machen.

Wer schläft wo?

Kinderzimmer können ganz unterschiedlich aussehen. Es gibt rosa Prinzessinnenträume, tarnfarbene Bettwäsche, übervolle Puppenhäuser und vieles mehr. Die andere Seite sieht anders aus: karg, meist nur eine Matratze irgendwo auf dem Boden oder gar im Freien. Kein Spielzeug, keine 20 Quadratmeter Privatsphäre. James Mollison, ein kenianischer Fotograf, hat diese Kluft zwischen Arm und Reich, Kitsch und Ideologie in einem Bildband festgehalten. In „Where Children Sleep“ nimmt er uns mit auf eine nachdenkliche Reise rund um die Welt und gewährt einen Blick in die Kinderzimmer. Indira, 7 Jahre alt, aus Nepal teilt sich ein Bett in einer Hütte. Kaya, 4, blickt in Tokyo auf überfüllte Regale in Rosa, Pastell und Glitzerplastik. Ein Junge, von dem weder Name noch Alter bekannt sind, schläft in Rom auf einer alten Matratze unter freiem Himmel. Es ist ein tiefgründiger und vielfältiger Bildband, der zum Nachdenken anregt und viel darüber verrät, wie Kinder aufwachsen.

Aufmerksamkeit erwecken!

Eine Kampagne der SOS-Kinderdörfer in der Schweiz lud Familien zu einer vermeintlichen Wohnungsbesichtigung ein. Nachdem ihnen eine große und helle Wohnung präsentiert wurde, kamen sie in ein Kinderzimmer, kaum größer als ein Wandschrank, ohne Fenster und mit einer Matratze und einem Tischchen ausgestattet. Die Reaktion der Menschen: Schock und eine Erkenntnis – so etwas darf nicht sein.

Solche Aktionen machen auf ganz andere Probleme aufmerksam, als die, mit denen eine durchschnittliche Familie in Deutschland zu kämpfen hat. Fast zwei Drittel der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren besitzen einen eigenen Computer. Kinder, die in Armut leben, wünschen sich ein sicheres Zuhause – an Computer, Videospiele oder Handys ist nicht zu denken.
Unsererseits ist es nicht nur gut dankbar zu sein und unser Wohlbefinden zu schätzen, sondern auch aktiv zu helfen und einem Kind ein warmes Bett gewährleisten. Hilfsorganisationen, wie das SOS-Kinderdorf und viele weitere, informieren was Sie tun können, um gegen dieses Problem einzugreifen.


Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Wochen-Themen, Wohnen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.