Wohnen auf und unter Wasser

27. Februar 2015 | von

Immer mehr Menschen zieht es in die Großstädte – Solche Schlagzeilen gab es in den letzten Jahren immer häufiger zu lesen. Gerade in den Metropolen entsteht zunehmend ein Platzproblem. Prognosen zeigen: So wie wir heute wohnen und leben wird es nicht bleiben.

Rund 60 Prozent der Großstädte weltweit sind von Tsunamis und Sturmfluten bedroht, 80 Prozent von Erdbeben. Der Meeresspiegel steigt und die Ressourcen schwinden. Bauingenieure und Architekten tüfteln deshalb an Alternativen, und die scheinen oft geradewegs einem Science Fiktion Film entsprungen zu sein.

In den Niederlanden sind schwimmende Häuser schon längst keine Utopie mehr. Der Niederländer KoenOlthuisrealisiert weltweit schwimmende Häuser, Stadien oder Golfplätze. Dem gegenüber stehen Ideen, die sich mit der derzeitigen Technologie noch nicht realisieren lassen oder zu teuer sind. Floating City ist ein Projekt aus China. Konstruiert wie ein Eisberg, würde nur ein kleiner Teil an der Wasseroberfläche schwimmen. Der Großteil der Wohnungen, eigene Agrarwirtschaft, Müllentsorgung, Schulen und Geschäfte würden sich unter Wasser befinden.

Gänzlich abgetaucht ist das Projekt Ocean Spiral eines japanischen Baukonzerns. Bis zu 5000 Menschen sollen in dem geschätzt 26 Milliarden Doller teuren Bauwerk wohnen können. In einem kugelförmigen Gebilde nahe der Wasseroberfläche würde einer ganzen Kleinstadt ein neuer Lebensraum gegeben werden. Um die Stadt vor Strömungen zu schützen wird sie laut Plan mit einer spiralförmigen Röhre am Meeresgrund befestigt. Gefahren lauern allerdings auch in dieser Zukunftsstadt: Vor allem Tsunamis, aber auch Terrorangriffe oder andere unvorhersehbare Ereignisse machen Experten Sorgen. Durch die hohen Baukosten würde solch ein Wohnprojekt außerdem nur den Superreichen offen stehen.

Zwar wird keines der sich derzeitig in Planung befindlichen Projekte realisiert werden, allerdings werden Denkanstöße und Anreize zur Entwicklung neuer Technologien geschaffen, die es letztendlich ermöglichen werden intelligente Wohnkomplexe zu bauen, die Umwelt und Klima nicht zusätzlich zu belasten. Und das in nicht allzu ferner Zukunft.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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