Alternde Gesellschaft und Einfluss auf den Wohnungsmarkt

6. März 2015 | von

Mehr Single-Haushalte, hohe pro Kopf Wohnfläche und eine hohe Investitionslücke bei der Modernisierung von Wohnungsbeständen. Auch der Wohnungsmarkt muss sich an die Senioren anpassen.

Ab wann ist man eigentlich alt? Als maximal erreichbares Alter gilt das der Französin Jeanne Calment. Sie starb mit 122 Jahren. Statistiken zu Folge steht Menschen in ihrem dritten Lebensabschnitt, noch gut 20 Jahre Lebenszeit zur Verfügung. Diese Gruppe der jungen Alten (50-65 Jährige) wird bis 2020 noch um 25 Prozent wachsen (im Vergleich zu 2002). Danach allerdings wird sich diese Zahl wieder verringern. Die Zahl der Über-80-Jährigen hingegen wird bis 2050 Schätzungen zu Folge um bis zu 175 Prozent anwachsen.

Der demografische Wandel hat auch Einfluss auf den Wohnungsmarkt. Ältere Menschen sind auf Grund ihrer langen Wohndauer stark in ihrem Umfeld verwurzelt. Wichtige Faktoren sind Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit.  Aktuelle Studien zeigen: 95 Prozent der älteren Menschen möchten ihren Lebensabend in ihrer derzeitigen Wohnung verbringen. Es geht also nicht primär darum, neue altersgerechte Wohnungen zu bauen, sondern die Barrieren in den bestehenden Wohnungen abzubauen. Die derzeitige Investitionslücke für die Umbauten wird auf circa 40 Milliarden Euro geschätzt.

Die geringen Geburtenraten, im Schnitt 1,5 Kinder pro Frau, führen zu strukturellen Veränderungen. Städte verkleinern sich und ihre Infrastruktur, also Schulen, Krankenhäuser oder der Öffentliche Nahverkehr, schrumpfen. Gerade ländliche Regionen sind betroffen. Allerdings wandern auch aus größeren Städten die Menschen in wirtschaftlich stärkere Regionen wie München ab. Dennoch steigt in Zukunft die Nachfrage nach Wohnungen, da es mehr Singlehaushalte geben wird. Gerade ältere Menschen wohnen meist alleine. Der Großteil der ehemaligen Babyboomer-Generation ist zudem vermögend und kann es sich leisten in einer eigentlich zu großen Wohnung  zu leben. Rund acht Millionen der deutschen Haushalte sind derzeit von Senioren bewohnt.

Werden alte Wohnbestände vererbt, könnte das gerade in strukturell schwachen Regionen die Preise und Mieten drücken. Häuser und Wohnungen in einem Wert von 60 Milliarden Euro können schätzungsweise jährlich vererbt werden.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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