Wohnfläche nachmessen kann sich häufig lohnen

30. März 2015 | von

Viele Wohnungen sind kleiner als im Mietvertrag angegeben. Mieter können zu viel gezahlte Miete zurück fordern. Doch eine Neubemessung ist teuer und lohnt sich nicht immer.
Experten zu folge ist jede zweite Wohnung in Deutschland kleiner, als im Miet- oder Kaufvertrag angegeben wurde. Oft sind die Angaben deutlich höher, so dass sich tatsächlich einiges an Miete einsparen lässt. Experten sehen erhebliche Diskrepanzen zwischen der im Vertrag ausgewiesenen Quadratmeterzahl und den tatsächlichen Verhältnissen. Die Angaben wie viele Mieter tatsächlich für nicht vorhandene Quadratmeter zahlen, variiert. Laut dem Deutschen Mieterbund sind sogar 80 bis 85 Prozent betroffen.

Ansprüche ab zehn Prozent

Für die Neubemessung der Wohnfläche kann ein Experte für Wohnflächenermittlung engagiert werden. Oft sind dies Architekten oder Bauingenieure. Diese Ermittlungen kosten zwischen 100 und 300 Euro, je nach Größe der Wohnung. Allerdings zählt eine falsche Angabe erst ab zehn Prozent. Ist die Wohnfläche also zehn Prozent oder mehr kleiner als angegeben, kann die Miete gekürzt und zu viel gezahlte Miete zurückgefordert werden. Darunter gibt es keine Ansprüche. Deshalb müssen die nicht existierenden Quadratmeter auch bei Mietererhöhungen und weiterhin in den Nebenkosten mitbezahlt werden. Die zehn Prozent Grenze ist nicht in einem Gesetz festgehalten. Das Mietrecht soll allerdings dahingehend reformiert werden. Steht die Wohnfläche im Mietvertrag und entspricht die Diskrepanz den Maßgaben, dann steht einer Mietminderung nichts im Wege. In einem Fall konnte der Mieter 11.300 Euro zurück fordern (AZ. 31 S 6768/13).

Wie kommt es zu den Falschangeben?

Die DIN-Norm 283/277 dient zur Ermittlung von Grund- und Grunderwerbssteuer. Hier wird die ganze Wohnfläche berücksichtigt, inklusive Loggia, Terrasse oder Balkon. Die Wohnflächenverordnung bezieht verschiedene Kriterien in die Berechnung der Wohnfläche ein. Zum Beispiel wird bei einer Raumhöhe unter zwei Metern nur die Hälfte der Grundfläche berechnet, bei einer Raumhöhe unter einem Meter gar keine.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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