Smmove – neues Konzept am Wohnungsmarkt zwischen innovativ und fragwürdig

27. April 2015 | von

Eine neue Internetplattform könnte den Immobilienmarkt auf ein neues Level bringen. Sie ist eine Mischung aus Ebay und Datingbörse und soll Mieter und Vermieter digital vernetzen.

Das Ziel ist einfach: Mieter und Vermieter sollen kostengünstig und vereinfacht zueinander finden können. Die neue Online-Plattform Smmove sieht vor, dass sich das erste Matching und das erste Annähern digital abspielen.
Der Vermieter muss zunächst ein Exposé des Mietobjekts inklusive aussagekräftiger Bilder und Informationen zu Lage und ähnlichem einstellen. Außerdem gibt er einen Wunschmietpreis an. Potentielle Mieter legen ein Profil von sich an, welches unter anderem den aktuellen Wohnort und das Haushaltsnettoeinkommen verzeichnet. Das Prinzip sieht vor, dass die Mieter die Vermieter überzeugen müssen, weshalb gerade sie die Wohnung haben wollen und bekommen sollten. Deshalb können im Profil auch weitere Informationen angegeben werden wie Beruf, der Grund für die Suche, welche Größe ihnen vorschwebt und in welcher finanziellen Situation sie sich befinden. Diese Daten sieht allerdings nur der potentieller Vermieter.

Ein Plus der Plattform: Sie besorgt selbstständig und kostenlos eine Schufa-Auskunft. Diese stellt allerdings auch einen Filter dar. Vermieter können ein Profil ihrer Wunschkandidaten anlegen, nur diejenige, die diesen Angaben entsprechen, bekommen auch die Wohnung vorgeschlagen. Ist man interessiert, kann man am Miet-Bietverfahren teilnehmen. Ähnlich wie bei Ebay überbieten sich die potentiellen Mieter dabei. Wenn sie letztendlich über der Wunschmiete des Vermieter liegen, ist das ein Bonus des Vermieters. Nur, wenn die Miete über der von der Mietpreisbremse vorgesehenen Kappungsgrenze liegt, kann der Mieter auf den zugelassenen Wert runtergehen.

Ein persönliches Treffen ist vor Abschluss des Mietvertrags nicht notwendig, aber während des circa 14tägigen Bietverfahrens möglich. Wenn das abgeschlossen ist, kann der Vermieter zwischen den fünf Topbietern wählen. Anstatt einer Maklercourtage werden bei Vertragsabschluss 25 Prozent der Nettokaltmiete vom Vermieter an die Plattform gezahlt.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Smmove – neues Konzept am Wohnungsmarkt zwischen innovativ und fragwürdig

  1. AR Immobilien sagt:

    Sehr fragwürdiges System! Nachteil für Vermieter und Mieter: Wer überprüft denn, ob ein Mietvertrag rechtskräftig ist? Vor allem für Mieter sehr riskant.

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