Wohnungsbau: Anzahl der Sozialwohnungen sinkt

10. August 2015 | von

Die Zahl öffentlich geförderter Sozialwohnungen ist in Deutschland deutlich gesunken. Nach Berechnungen des Deutschen Mieterbundes fehlen bundesweit zwei Millionen Sozialwohnungen. Am stärksten fiel der Rückgang in Sachsen aus.

In Deutschland gibt es immer weniger öffentlich geförderte Sozialwohnungen. Das berichtete das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) unter Berufung auf aktuelle Zahlen des Bundesbauministeriums: So gab es in der Bundesrepublik im Jahr 2013 1,48 Millionen Sozialwohnungen – das sind rund 63 000 weniger als im Vorjahr.

Sachsen verliert, Brandenburg gewinnt

Vom Rückgang des Sozialwohnungsbaus ist besonders das Bundesland Sachsen betroffen. Hier waren laut Bundesregierung im Jahr 2013 nur noch 7.000 Sozialwohnungen vorhanden, 2012 waren es noch 42.000. Das entspricht einem Rückgang von 83,5 Prozent. Das Bundesland Brandenburg macht hingegen beim Bau von Sozialwohnungen den größten Sprung nach oben. Hier stieg die Zahl der Sozialwohnungen im Jahr 2012 um 67 Prozent auf 65.819 an.

Nahezu unverändert blieben die Zahlen in Schleswig-Holstein (63.864, minus 0,3 Prozent), in Mecklenburg-Vorpommern (7.190, minus 2,4 Prozent), in Niedersachsen (94.743, minus 2,6 Prozent), in Thüringen (34.861, minus 5,9 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (25.492, minus 10,3 Prozent).

Forderung: Jährlich 150.000 Sozialwohnungen

Kritiker gehen von einem jährlichen Rückgang von 60 000 bis 80 000 Sozialwohnungen aus, weil öffentliche Fördergelder auslaufen. Und auch in den Neubau werde zu wenig investiert. Um der stattfindenden Verdrängung entgegenzuwirken, müssen laut Experten daher mindestens 150.000 neue Sozialwohnungen jährlich entstehen.


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