Mietminderung bei defekter Heizung: Was ist möglich?

30. November 2015 | von

Draußen herrschen Minustemperaturen und die Heizung funktioniert nicht? Ein Alptraum für Mieter. Aber ab wann darf die Miete gemindert werden?

Nach der laufenden Rechtsprechung deutscher Gerichte muss im Wohnraum zwischen 6 und 23 Uhr eine Temperatur von 20-22 Grad herrschen. Auch Nachts sollten mindestens 18 Grad erreicht werden. Die wichtigste Regel bei einem Heizungsdefekt: Sie müssen den Mangel unverzüglich dem Vermieter melden. Wurde der Vermieter über das Problem unterrichtet, ist er verpflichtet, sich sofort um die Reparatur zu kümmern. Dies gilt unabhängig davon, wer den Schaden zu verantworten hat. Eine Ausnahme ist Fernwärme. Haben sie selbstständig einen Vertrag bei einem Fernwärmeunternehmen abgeschlossen, müssen Sie sich auch direkt an den Energieversorger wenden. Der Vermieter ist nur für die Instandhaltung der Heizkörper zuständig.

Wird der Vermieter nicht unverzüglich in der Sache tätig, ist eine angemessene Frist zu setzen. Die Länge der Frist wird davon bestimmt, wie sehr sich der Defekt auf die Wohnqualität auswirkt. Herrschen Minustemperaturen und die Heizung ist komplett ausgefallen, ist eine kurze Frist möglich. Reagiert der Vermieter nicht, können Sie selbstständig die Reparatur veranlassen. Die Kosten muss der Vermieter übernehmen. Ist der Schaden selbstverschuldet und kann diese Tatsache vom Vermieter nachgewiesen werden, müssen Sie jedoch die Kosten tragen. Je nach Sachlage kommt aber Ihre Haftpflichtversicherung dafür auf.

Für den Streitfall ist es sinnvoll den Verlauf des Defektes zu protokollieren und einen Zeugen heranzuziehen. Kümmert sich der Vermieter nicht um die Reparatur und die gesetzte Frist läuft aus, ist es möglich, die Miete zu mindern. Die Höhe der Mietminderung richtet sich hier wieder nach dem konkreten Fall. Hohe Minustemperaturen und eine vollständig ausgefallene Heizung über mehrere Tage können eine Mietminderung bis zu 100 Prozent rechtfertigen. Meist sind Kürzungen zwischen 5 und 40 Prozent angemessen. Möglich sind Kürzungen ab dem ersten Tag des Ausfalls. Es gibt verschiedene Rechtsprechungen, die hier eine Orientierung bieten können. Ein möglicher Ansprechpartner ist der örtliche Mietverein.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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