Betriebskostenabrechnung – Was darf abgerechnet werden?

21. Dezember 2015 | von

Auf bis über 35 Prozent der Gesamtmiete belaufen sich die Betriebskosten durchschnittlich. Steigende Energiepreise sind ein Kostenfaktor, allerdings gibt es auch falsche Berechnungen seitens der Vermieter.

Im Monat zahlen Mieter für die Betriebskosten rund 2,44 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht bei einer 80 Quadratmeterwohnung rund 2.350 Euro im Jahr. Viele Vermieter nutzen allerdings keine professionelle Abrechnungssoftware. Das führt dazu, dass nicht jede Betriebskostenabrechnung stimmt. Sie sollten unbedingt prüfen, was genau in Ihrem Mietvertrag vereinbart wurde. Meist wird die sogenannte zweite Miete in Vorkasse gezahlt. Nach dem Ende des Abrechnungszeitraum ist der Vermieter verpflichtet, eine Betriebskostenabrechnung für das Jahr aufzustellen, welche die konkreten Zahlen enthält. Für den darauffolgenden Abrechnungszeitraum ist eine Erhöhung der Nebenkosten rechtens, wenn konkrete Gründe vorliegen und die Kostenpauschale im Mietvertrag schriftlich festgehalten wurde und sich der Vermieter eine Erhöhung vorbehalten hat.

Eine Betriebskostenabrechnung ist in warme und kalte Nebenkosten aufgeteilt. Unter die warmen Nebenkosten fallen Warmwasser und Heizung sowie anteilig Kosten für den Strom und die Warmwasser- und Heizungsanlage des Hauses. Die kalten Nebenkosten können verschiedene Bereiche betreffen. Meist fallen darunter Grundsteuer, Versicherung, Gebühren für Abwasser, Müllabfuhr und die Straßenreinigung. Auch die Kosten für einen Hausmeisterservice sowie für Gebäudereinigung und Gartenarbeiten werden anteilig auf die Mieter umgelegt. Nicht berechnet werden dürfen hingegen Kosten für einen Hausverwalter oder für Instandhaltung und Reparaturen. Für die warmen Nebenkosten können Nachzahlungen erhoben werden.

Der Verteilungsschlüssel der Betriebskosten richtet sich meist entweder nach der Größe der Wohnung, der Anzahl der Wohnungen oder nach der Personenanzahl im Haushalt. Der Vermieter ist verpflichtet einen sachgerechten Verteilungsschlüssel zu bestimmen. Lebt in einer Wohnung beispielsweise eine fünfköpfige Familie und in einer anderen eine alleinstehende Rentnerin, sollten sich die Betriebskosten nach der im Haushalt lebenden Personenzahl richten und nicht nach der Wohnungsgröße.


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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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