Makler-Abzocke: So schützen Sie sich!

8. Februar 2016 | von

Immobilienmakler genießen nicht unbedingt den besten Ruf. Einige schwarze Schafe arbeiten nach dem Prinzip: Viel Provision und wenig Arbeit. Das neue Mietnovellierungsgesetz soll vor solcher Abzocke schützen. Was das Bestellerprinzip ist und woran Sie einen professionellen Makler erkennen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Bestellerprinzip ist im Juni 2015 in Kraft getreten und Teil der Mietnovelle. Stark vereinfacht besagt es, dass derjenige den Makler bezahlt, der ihn auch bestellt hat. In den meisten Fällen ist das der Immobilienbesitzer oder die Hausverwaltung und nicht der Mieter. Das Gesetz hat einige Bewegung in den Immobilienmarkt gebracht. Es gibt zunehmend Festpreisangebote und überhöhte Maklerrechnungen scheinen der Vergangenheit anzugehören.

Dennoch versuchen einige Makler durch Zusatzgebühren weiterhin beim Mieter abzusahnen. Es sind Fälle bekannt in denen beispielsweise für die Zusendung des Exposés, die Besichtigung Geld verlangt wurde. Außerdem versuchen einige Immobilienmakler Aufwandsentschädigungen und Bearbeitungsgebühren von den Wohnungsinteressenten zu erschleichen. Es gibt auch Makler, die immer noch mit „Für Vermieter kostenlos“ auf ihren Websites werben und das neue Gesetz ignorieren. Solche Fälle landen häufiger bei den Mietvereinen. Sie sind die Anlaufstelle, wenn Wohnungsinteressenten oder Mieter solche Maklermaschen auffallen oder sie ausgetrickst wurden. Für eine Rückforderung einer zu Unrecht gezahlten Provision oder einer versteckten Gebühr hat der Mieter nach der neuen Gesetzgebung drei Jahre Zeit. Ob es eine mündliche oder schriftliche Vereinbarung gibt, ist dabei nicht relevant. Sobald das geltende Recht gebrochen wird, werden solche Regelungen unwirksam.

Auch Vermieter versuchen beim Mieter abzukassieren. Beispielsweise verlangen sie überhöhte Ablösezahlungen für Einbauküchen oder andere Möbelstücke. Gesetzlich erlaubt sind allerdings nur Forderungen vom Zeitwert plus 50 Prozent. Manche Vermieter bieten ihre Immobilien nur auf Internetseiten an, die nur bestimmte Makler kennen. Diese können Mietinteressenten dann mit exklusiven Angeboten locken. Wogegen sich Mieter nicht wehren können, ist allerdings, wenn Vermieter die anfallende Courtage auf den Mietpreis aufschlagen. Hier hilft es nur, sich umfassend über ortsübliche Mieten zu informieren.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen, in denen der Mieter die Makler-Courtage zahlen muss. Dies trifft zu, wenn Wohnungssuchende selbst einen Makler beauftragen oder ihnen eine Wohnung exklusiv von einem Makler angeboten wird. Auch bei der Neuvermietung von Gewerbeimmobilien und beim Kauf eines Objektes zahlen Mieter oder Käufer weiterhin die Vermittlungsgebühr.

Ein guter, professionell arbeitender Immobilienmakler lässt sich an folgenden Punkten erkennen:

  1. Als Qualitätsnachweis können Sie nach Referenzen, Zeugnissen und einer Mitgliedschaft in einem Berufsverband fragen. Letzterer verpflichtet seine Mitglieder zu regelmäßigen Weiterbildungen.
  2. Es gibt in Deutschland keine vorgeschriebene Mindestqualifikation, um als Immobilienmakler arbeiten zu können. Es reichen ein Gewerbeschein und ein Nachweis, dass keine Straftaten begangen wurden. Es gibt aber Zertifikate, die Makler erlangen können. Beispielsweise das nach der Maklernorm DIN 15733.

Verlangt ein Makler eine Provision, obwohl kein Mietverhältnis zu Stande kam, ist dies unzulässig und ein Zeichen für einen unprofessionellen Makler. Auch jegliche Art an Zusatzgebühren sind nicht zulässig. Insgesamt sind es aber nur sehr wenige Makler, die mit Tricks versuchen das Bestellerprinzip zu umgehen, das bestätigen sowohl Mieter- als auch Maklervertreter.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion

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Ein Kommentar zu Makler-Abzocke: So schützen Sie sich!

  1. Michael sagt:

    Ich finde bei diesem Artikel wird der Beruf als Makler mal wieder nach unten gezogen. Kein andere Beruf wird so viel mit negativen Aussagen zugeschüttet wie der als Immobilienmakler – ok vielleicht noch der Lehrer 🙂 – Im Ernst sehr viele Makler leisten gute Arbeit – und die sollte bzw. muss auch bezahlt werden. Bei KFZ Mechaniker sind Stundensätze von über 100€ keine Seltenheit mehr und die Arbeit macht der Azubi. Das ist ok? Gehen Sie doch beim nächsten Artikel mehr auf die Punkte ein, wie der Verkäufer / Käufer einen guten Immobilienmakler finden kann. Und nicht nur kurz anreißen.

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